Jesus Christus sagt:
Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen
seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von
mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe
finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist
leicht.
Matthäus 11,28-30
Heute hat jeder Bauer in Westeuropa einen Traktor. Früher war das anders.
In der Landwirtschaft wurden Tiere als Zugkraft gebraucht. Das ist in
vielen Ländern der Erde auch heute noch so. In Indien sieht man z.B. viele
Ochskarren auf der Straße. Da werden zwei Tiere unter ein Joch gespannt.
So bleiben sie aneinander gebunden und können gemeinsam die Last ziehen,
z.B. einen Pflug oder Wagen.
Von den beiden Tieren ist das eine älter. Es wird Leittier genannt. Es ist
eingefahren, es kennt die Arbeit und den Weg. Das Jungtier soll vom
Leittier lernen.
Jesus Christus gebraucht dieses Bild vom Joch als Hilfe. Er will uns
helfen, besser zu verstehen, was es heißt, Christ zu sein. Er will
deutlich machen, was es bedeutet, an ihn zu glauben und ihm nachzufolgen.
Was können wir aus diesem Bild des Jochs lernen?
1. Wir sollen mit Jesus Christus leben
Genauso wie zwei Tiere durch das Joch aneinander gebunden sind, so sollen
wir mit Jesus Christus verbunden sein, durch Glauben, Gehorsam und Liebe.
Ein Tier unter dem Joch kann nicht gehen, wohin es will. Es muß dem
anderen Tier folgen. Das ist ein Bild für uns. Jesus sagt uns: Nehmet auf
euch mein Joch. Er lädt uns ein, ihm nachzufolgen. Das bedeutet, er will
die Führung in unserem Leben übernehmen. Wir sollen nicht länger tun und
lassen, was wir möchten. Wir müssen ihm vertrauen und ihm gehorchen. Von
den Gläubigen heißt es in der Bibel:
sie folgen dem Lamme (d.h. Jesus) nach, wo immer es
hingeht
(Offenbarung 14,4).
Ein Tier unter dem Joch kann nur an einem anderen Tier gebunden sein. Das
ist auch ein Bild für uns. Jesus Christus will, daß wir ihm allein
gehören. Er soll den ersten Platz in unserem Herzen einnehmen, an erster
Stelle in unserem Leben stehen. Paulus schreibt:
Gnade sei mit allen, die unseren Herrn Jesus
Christus lieben für und für (Epheser 6,24).
2. Wir sollen von Jesus Christus lernen
Jesus sagt: lernet von mir, genauso wie das Jungtier unter dem Joch vom
Leittier lernt. Christus ist der Meister oder Lehrer, wir sind die Jünger
oder Schüler.
Jeder Lehrling möchte seine Lehre mit Erfolg abschließen. Dazu muß er aber
die Anweisungen des Meisters beachten und befolgen. Genauso ist es bei
Jesus Christus. Einmal fragte er die Leute:
Was heißt ihr mich "Herr, Herr" und tut nicht, was
ich euch sage?
(Lukas 6,46).
Viele Menschen nennen sich Christ und sagen zu Jesus "Herr". Nicht alle
aber befolgen seine Anweisungen. Diese Anweisungen finden wir in der
heiligen Schrift, der Bibel. Jesus sagt:
Wenn ihr in meiner Rede bleibt, so seid ihr
tatsächlich meine Jünger (Johannes 8,31).
Ein guter Meister gibt nicht nur Anweisungen und Vorschriften an seine
Lehrlinge. Er zeigt ihnen selber, wie man es macht. Er macht es ihnen vor.
Das hat Jesus Christus auch getan. Wir sollen seinem Vorbild folgen. Er
sagte:
ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr tut, wie
ich euch getan habe.
(Johannes 13,15).
3. Wir sollen mit Jesus Christus dienen
Ein Stier auf der Weide strotzt vor Kraft. Er trägt kein Joch. Er leistet
aber auch keine Arbeit. Im Gegenteil, er kann sogar gefährlich werden. Er
muss seinen Kopf beugen und unters Joch kommen. Erst dann kann er nützlich
sein.
Das ist auch ein Bild für uns. Jesus sagt: ich bin sanftmütig und von
Herzen demütig. Christus ist nicht in diese Welt gekommen, um zu tun, was
er wollte. Er kam, um Gottes Willen zu tun. Er kam nicht, um das Leben zu
genießen. Er sagte von sich selbst der Menschensohn ist nicht gekommen um
bedient zu werden, sondern zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld
für viele (Markus 10,45).
Wenn wir ohne Jesus Christus leben, sind wir wie ein Stier ohne Joch. Wir
sind wie ein Motor im Leerlauf. Jesus Christus will uns einspannen. So
werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, sagt er. Unser Leben bekommt einen
Sinn. Wir haben ein Ziel. Wir können Gott unserem Schöpfer dienen. Wir
können anderen Menschen helfen.
Michael Ponsford
mponsford@t-online.de