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Niemand flickt ein altes
Kleid mit neuem Stoff. Der alte Stoff würde an der Flickstelle doch
wieder reißen, und das Loch würde nur noch größer.
Ebenso füllt niemand jungen
gärenden Wein in alte brüchige Schläuche. Sonst platzen die
Schläuche, der Wein läuft aus, und auch die Schläuche sind
unbrauchbar. So verlangt das neue Leben nach neuen Ordnungen.
Markus 2,21-22 (Hoffnung für
Alle) |
Kleider flicken
Wir leben heute in der Wegwerfgesellschaft. Wenn etwas
kaputt geht, werfen wir es weg und kaufen etwas neues. Es kostet einfach
zu viel Geld, etwas im Geschäft reparieren zu lassen. Wenn Kleider
abgetragen sind, kaufen wir neue. Viele Frauen gehen heute arbeiten und
haben keine Zeit, Kleider zu flicken oder Socken und Strümpfe zu stopfen.
Früher war das anders. Ich erinnere mich, wie meine Mutter abends am Herd
saß und die Socken von uns Jungs stopfte. Wenn es ein Loch gab am Knie von
der Hose oder am Ellbogen der Jacke, da wurde ein Lappen darauf genäht.
So war es zu Jesu Zeit, so ist es auch heute in vielen
Ländern der Dritten Welt. Die Leute haben nicht genug Geld, um immer neue
Kleider zu kaufen. Das alte muss getragen werden, bis es kaputt geht, dann
wird es geflickt und weiter getragen. Jesus wusste das. Er wuchs in einer
armen Familie auf. Joseph und Maria hatten nicht viel Geld. Es kann sein,
dass Joseph starb, als Jesus noch jung war. Als ältester Sohn musste er
seiner Mutter helfen. So hat er auch gelernt, wie man Kleider flickt.
Man darf auf alte Kleidung keinen Lappen als neuem
Stoff nähen, sagt Jesus. Der alte Stoff ist schon abgetragen, oft
gewaschen. Der neue Stoff ist zu fest und noch nicht eingelaufen. Es ist
zu straff für den alten Stoff und wird sich losreißen. Dann ist da Loch
noch viel schlimmer als vorher!
Warum hat der Herr Jesus dieses Gleichnis erzählt? Er
wollte uns sicher keine Ratschläge geben, wie man Kleider flickt! Das
wussten die Leute, die ihm zuhörten, selber gut genug. Nein! Mit dieser
kleinen Geschichte wollte er uns etwas über uns Menschen klar machen.
Alle Religionen sagen: mit uns Menschen stimmt etwas
nicht Das geben auch viele Leute zu, die keinen Glauben haben. Mit uns ist
etwas nicht in Ordnung. Die Bibel nennt es Sünde.
Wir Menschen sind wie das kaputte Kleid in der
Geschichte, die Jesus erzählte. Es gibt viele Leute, die uns sagen, was
wir tun müssen, um besser zu werden. Die verschiedenen Religionen geben
uns Regeln. Wenn jemand diese Regeln einhalten, sagen sie, wird er besser
werden. Es gibt viele solcher Regeln. Zu Jesu Zeit hatten die Pharisäer
ihre Regeln. Auch die Jünger von Johannes dem Täufer. Heute haben die
Muslime Regeln. Auch die Hindus und die Buddhisten, auch die
römisch-katholische Kirche.
Aber Jesus sagt: das hilft alles nicht! Das ist wie
wenn man einen Lappen aus neuem Stoff auf ein altes Kleid näht. Am Schluss
ist das Problem nur noch großer. Heute sehen wir wie Hindus gegen Muslime
kämpfen, Muslime gegen Juden und Christen, Orthodoxe gegen Katholiken und
Katholiken gegen Protestanten. Nein, Religion hilft nicht!
Es hilft nicht, den Menschen zu flicken. Er muss ganz
neu gemacht werden! Wie geht das? In der Bibel steht:
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Wenn jemand zu Christus
gehört, dann ist er ein neuer Mensch geworden. Was er früher war,
ist vorbei, etwas ganz neues hat begonnen.
2.Korinther 5,17 (Hoffnung
für Alle und Gute Nachricht) |
Jesus sagt uns: "Ihr musst von neuen geboren werden."
Als ihn jemand fragte, wie das wohl geht, antwortete Jesus:
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So sehr hat Gott die Welt
geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn
glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Johannesevangelium 3,16 |
Wenn du das glaubst, und dem Herrn Jesus dein Leben
gibst, dann gehörst du zu Christus. Wenn du ihm dein Herz öffnest und ihn
in deinem Leben einlädst, dann wird er auch aus dir einen neuen Menschen
machen.
Die Weinschläuche
Früher bei der Weinernte tat man die Trauben in einen
großen Bottich und zertrat sie mit den Füßen. Zu Jesu Zeit füllte man den
Saft in Weinschläuche. Es gab damals keine Flaschen aus Glas oder Plastik.
Diese Schläuche machte man aus Tierhaut.
Der Traubensaft gärte in den Schläuchen. Mit der Zeit
bildete sich Alkohol und der Saft wurde zu Wein. Dabei bewegte er sich.
Neue Schläuche waren weich und biegsam. Sie konnten sich mit dem gärenden
Saft bewegen und platzten nicht.
Alte Schläuche waren aber hart und unbeweglich. Wenn
der neue Wein – in Österreich sagt man, das Heurige – gärte, dann platzten
die Schläuche und der Wein wurde verschüttet.
Was wollte der Herr Jesus mit diesem Gleichnis sagen?
Es war sicher nicht sein Ziel, uns Anweisungen für den Weinbau zu geben.
Nein! Auch mit diesem Gleichnis wollte er uns etwas über den Glauben
sagen.
Der neue Wein ist ein Bild für das neue Leben, das
Jesus uns gibt. Jesus will uns erzählen, wie wir unseren Glauben
praktizieren. Die verschiedenen Kirchen und Religionen haben auch hier
viele Regeln gemacht. Sie schreiben zum Beispiel vor, dass man gewisse
Feiertage einhalten soll.
Vor zwei Jahren waren meine Frau und ich in Israel. Im
Hotel gab es einen Sabbataufzug. Die frommen Juden glauben, sie dürfen am
Sabbat keinen Knopf drücken. Deshalb fährt der Sabbataufzug automatisch,
ohne dass man auf den Knopf drückt. Man muss nur sehr lange warten, bis
die Türen schließen! Im Hotelzimmer gab es auch eine Zeitschaltuhr für
Radio, Fernsehen, Licht und Klimaanlage. Man kann sie für den Sabbat
einstellen, dann gehen sie an und aus, ohne dass man auf einem Knopf
drücken muss.
Manche Religionen schreiben vor, dass man fasten soll.
„Fasten“ bedeutet einfach: nicht essen. Zu Jesu Zeit fasteten die
Pharisäer an zwei Tagen in der Woche. Die Jünger von Johannes der Täufer
fasteten auch. Heute dürfen die Muslime im Fastenmonat Ramadan tagsüber
überhaupt nichts essen oder trinken. Die Orthodoxen Christen sollten
eigentlich von Aschermittwoch bis Ostersonntag kein Fleisch essen. Auch in
der römisch-katholischen Kirche gibt es die Fastenzeit.
Diese starren Regeln und Vorschriften helfen uns im
Glauben nicht. Gott verbietet uns nicht, am Sonntag das Licht ein- oder
auszuschalten. Viel wichtiger ist, dass wir am Sonntag in den Gottesdienst
der Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft gehen. Dort hören wir Gottes Wort
und haben Gemeinschaft mit anderen Gehörgeschädigten, die auch an Jesus
Christus glauben.
Auch für den Gottesdienst haben die Kirchen Regeln
eingeführt. Es gibt Leute, die meinen, in jedem Gottesdienst muss das
Vater Unser gebetet werden. Andere Leute diskutieren, wie das Abendmahl
gefeiert werden soll oder ob man beim Gebet aufstehen muss oder sitzen
bleiben darf.
Alle diese Dinge sind Nebensache. Jesus sagte:
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Gott ist Geist, und wir
müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Johannesevangelium 4,24 |
Gott in Wahrheit anbeten bedeutet, dass wir ihn nicht
nur mit dem Mund loben sondern auch aus ganzen Herzen. Jesus musste auch
über die Menschen seiner Zeit sagen:
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Dieses Volk ehrt mich mit
den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir.
Markusevangelium 7,6 |
Hast du der Herr Jesus dein Herz gegeben? Dann kannst
du ihm von ganzem Herzen danken!
Michael Ponsford
mponsford@t-online.de