| Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. |
| Matthäus 13,24 |
Im letzten Artikel über das Gleichnis vom Sämann haben
wir etwas wichtiges gelernt. Das Reich Gottes beginnt mit einer Botschaft.
Es ist die Botschaft, an die wir Weihnachten gedacht haben. In Jesus ist
Gott Mensch geworden. Er kam in unsere Welt, er wurde einer von uns. Am
Kreuz starb er für unsere Sünde. Es ist von den Toten auferstanden. Er
gibt uns neues Leben, wenn wir an ihn glauben.
In diesem Artikel denken wir über das Gleichnis Vom
Weizen und vom Unkraut nach. Wir können es im Matthäusevangelium lesen, im
13.Kapitel von Vers 24 bis 32. Später baten die Jünger Jesus, ihnen dieses
Gleichnis zu erklären. Wir können seine Erklärung lesen im gleichen
Kapitel von Vers 36 bis 43. In diesem Gleichnis erzählt uns der Herr mehr
über das Reich Gottes.
Das Gleichnis vom
Weizen und vom Unkraut
| Der Menschensohn ist es,
der den guten Samen sät. Der gute Samen sind die Kinder des Reiches.
Matthäus 13,37.38 |
Überall in der Welt wird die Botschaft von Jesus
Christus gepredigt. Wenn du diese frohe Botschaft annimmst und an Jesus
glaubst, bist du ein Kind des Reiches. Das heißt: Jesus ist dein König. Du
gehörst ihm. Er bestimmt dein Leben.
Aber leider glauben nicht alle Menschen an Jesus. Viele
glauben der guten Nachricht des Evangeliums nicht. Sie haben Jesus als
Herrn und Heiland nicht angenommen. Sie leben für sich. Weil sie ohne Gott
leben, stehen sie leider auf der Seite des Teufels. Jesus nennt sie die
Kinder des Bösen.
Gläubige und
Ungläubige leben Seite an Seite in dieser Welt
| Lasst beides miteinander
wachsen bis zur Erntezeit.
Matthäus 13,30 |
Im Gleichnis wurden im gleichen Acker beides gesät,
Weizen und Unkraut. Sie wuchsen nebeneinander bis zur Ernte. Das ist ein
Bild von unserer Welt. Jesus will damit sagen: in dieser Welt werden
Gläubige und Ungläubige nebeneinander leben, bis der Herr wiederkommt.
Gläubige und Ungläubige, Christen und Nichtchristen,
tragen die gleichen Kleider und fahren die gleichen Autos. Sie wohnen in
den gleichen Häusern und kaufen in den gleichen Geschäften. Sie üben die
gleichen Berufe aus, und sitzen in der gleichen Straßenbahn. Auf den
ersten Blick sieht man oft keinen Unterschied. Nur im Herzen der Menschen
gibt es einen Unterschied.
Heute gibt es noch
keine heile Welt
|
Die Knecht fragten den
Herrn: willst du, dass wir das Unkraut ausjäten? Er sagt: Nein!
Sonst wird der Weizen auch ausgerissen.
Matthäus 13,28-29 |
Alle Menschen sehnen sich nach eine heilen Welt. Eine
Welt, in der es weder Ungerechtigkeit noch Leid gibt. Eine Welt, in der
die Bösen bestraft und die Guten belohnt werden. Die Propheten im Altes
Testament haben von einer solchen Welt gesprochen. Eine Welt, wo die Wölfe
bei den Lämmern wohnen, wo die Menschen in Frieden und Sicherheit leben.
Viele dachten, Jesus bringt eine heile Welt. Er sollte die Verheißungen
der Propheten erfüllen. Er sagte, das Reich Gottes sei nahe.
Deshalb hat Jesus dieses Gleichnis erzählt. Das Reich
Gottes ist gekommen, sagte er, aber das Reich des Menschen ist noch nicht
verschwunden. Wir singen im Lied:
Viele Tränen werden noch
geweint, und der Mensch ist noch des Menschen Feind.
Krieg und Terror sind noch nicht gebannt und das Unrecht nimmt noch
überhand.
Doch weil Jesus für die Feinde starb, hoffen wir, weil er uns
Hoffnung gab. |
Drei Hundert Jahre nach Jesus Christus entschloss der
Kaiser von Rom, alle Menschen sollten Christen werden. Die Leute strömten
alle in die Kirchen. Viele dachten: jetzt bauen wir das Reich Gottes auf
Erden! Aber was passierte? Die Welt wurde nicht heil, sondern die Kirche
wurde verdorben.
Die Endabrechnung
kommt
|
Die Ernte ist das Ende
der Welt. Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden
sammeln alle, die Unrecht tun und werden sie in den Feuerofen
werfen. Aber die Gerechten werden leuchten wie die Sonne in ihres
Vaters Reich.
Matthäus 13,39.41-42 |
Die heile Welt kommt! Jesus sagt ganz klar: diese alte
Welt voll Unrecht und Leid wird nicht immer weiter gehen. Eines Tages wird
Gott ein Ende machen, Jesus wird wiederkommen. Alle, die an ihn geglaubt
und mit ihm gelebt haben, werden in Gottes neue Welt leben. Dort gibt es
kein Unrecht, kein Leid und keinen Tod mehr.
|
Noch verbirgt die
Dunkelheit das Licht, und noch sehen wir den Himmel nicht.
Doch die Zeit der Schmerzen wird vergehen, und dann werden wir den
Vater sehen.
Die Gott lieben sein wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht.
Peter Strauch |
Für alle, die an Jesus glauben, wird es ein wunderbarer
Tag sein, wenn er wiederkommt. Für die anderen Menschen wird es aber ein
schrecklicher Tag sein. Sie werden für immer von Gottes neue Welt
ausgeschlossen sein. Bist du bereit, wenn Jesus wiederkommt?
Hinweis:
Es gibt Leute, die meinen, Jesus spreche in diesem
Gleichnis von der Volkskirche. So wie auf dem Acker Weizen und Unkraut
zusammen wuchs, so gibt es in der Kirche Gläubige und Ungläubige. Alle
sind getauft und konfirmiert, aber nicht alle leben mit Jesus. Im
Gleichnis verbot der Herr seinen Knechten das Unkraut auszujäten. So gibt
es Leute, die meinen, wir sollten Ungläubige als Kirchenmitglieder
annehmen. Deshalb müssen wir merken: In diesem Gleichnis redet Jesus aber
nicht von der Kirche oder von der Gemeinde, sondern von der Welt. In der
Welt leben Gläubige und Ungläubige zusammen. Mitglied der Gemeinde sollten
nur Gläubige werden.
Mike Ponsford
mponsford@t-online.de