Heute betrachten wir das letzte der Gleichnisse im 13.
Kapitel des Matthäusevangeliums. Diese sieben Gleichnisse werden oft
Himmelreichsgleichnisse genannt. Das Gleichnis vom Fischnetz steht in den
Versen 47-48:
|
Das Himmelreich ist wie ein
Netz, das man ins Meer wirft. Es sammelt allerlei Fischarten. Wenn
das Netz voll ist, zieht man es an den Strand. Dann setzt man sich
hin und sortiert die Fische aus. Die guten Fische man in einen
Bottich, die faulen wirft man weg. |
Im letzten Artikel lernten wir von den Gleichnissen vom
Schatz im Acker und von der köstlichen Perle, wie viel wert das Reich
Gottes ist. Vorher hatten wir gesehen von den Gleichnisse vom Senfkorn,
vom Sauerteig und von der selbstwachsenden Saat, wie das Reich Gottes
wächst. Im Gleichnis vom Fischnetz lernen wir die wichtigste Aufgabe des
Reiches Gottes: Menschen für Jesus gewinnen.
Petrus und seine Freunde waren Fischer. Sie hatten oft
ihr Netz in den See geworfen, um Fische zu fangen. Aber eines Tages kam
der Herr Jesus vorbei. Es sagte ihnen: "Lasst die Netze liegen. Ich habe
etwas wichtigeres für euch zu tun. Ihr sollt Menschen fischen." Petrus und
seine Freunde sollten nun Menschen von Jesus erzählen. Sie sollten
Menschen einladen, Jesus als ihren Herrn anzunehmen.
Das Netz wurde ins Meer geworfen. In der Heiligen
Schrift ist das Meer ein Bild für die vielen Völker dieser Welt (Bitte
Psalm 65,8 und Offenbarung 17,15 nachschlagen und lesen). Nach seiner
Auferstehung gab der Herr Jesus seinen Jüngern einen Auftrag. Er sagte
ihnen: "Geht hin in die ganze Welt und erzählt allen Menschen die frohe
Botschaft."
Das Fischnetz fing viele verschiedene Sorten von
Fischen. So soll die frohe Botschaft von Jesus allen Menschen gesagt
werden, ob arm oder reich, gesund oder krank, hörend oder gehörlos. Sie
soll auch Menschen in allen Ländern dieser Welt gesagt werden, in
Deutschland, in Österreich und in der Schweiz, auch im Kongo und in
Indien.
Das Fischnetz sammelt die Fische aus dem Meer. Vorher
schwammen sie im Wasser frei herum. Nun werden sie vom Netz
zusammengeführt. Das Wort sammeln ist verwandt mit dem Wort Synagoge, die
Versammlung der Juden. Wenn wir Jesus in unser Leben aufnehmen, sind wir
auch nicht mehr allein. Wir gehören zu einer weltweiten Familie. Das ist
die Familie der Gotteskinder. Wir treffen uns in der Christlichen
Gehörlosen-Gemeinschaft.
Erst als das Fischnetz voll war, fingen die Fischer an,
den Fang auszusortieren. Das ist auch eine wichtige Lektion für uns. Es
ist nicht unsere Aufgabe, das Reich Gottes auf dieser Erde zu bauen. Wir
müssen so viele Menschen wie möglich von Jesus erzählen. Der Apostel
Paulus sagt, eines Tages wird die Fülle der Völker in das Reich Gottes
eingehen. Aber dieser Tag ist noch nicht da. Bis dann haben wir eine
dringende Aufgabe. Nicht die vollkommene Gemeinde einzurichten, sondern,
Menschen zum Glauben an Jesus einladen.
Im Gleichnis des großen Festmahls sandte der Hausherr
sein Personal hinaus und sagte: „Geht zu den Menschen auf der Landstraße
und ladet sie dringend ein, damit mein Haus voll wird.“ (Lukas 14,23). Wir
sind nicht da, um ein bequemes Leben in einer gemütlichen Gemeinschaft zu
führen. Wir sollen andere Menschen suchen und sie zu Jesus führen.
Es steht uns nicht zu, ein Urteil über die Menschen zu
fällen. Das wird der Herr Jesus tun, wenn er wiederkommt:
|
Also wird es auch am Ende
der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und die Bösen von den
Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird
Heulen und Zähneklappen sein.
Matthäus 13,49-50 |
Unsere Aufgabe ist es, allen Menschen zu sagen, dass
Gott sie liebt. Wir wollen, dass sie Jesus finden. Er kann ihre Schuld
vergeben und ihr Leben neu machen. Das wissen wir. Er hat es schon bei uns
gemacht.
Michael Ponsford
mponsford@t-online.de