Alle Christen glauben an einen dreieinigen Gott: Vater,
Sohn und Heiliger Geist. Viele Christen reden aber kaum vom Heiligen
Geist. Sie können sich darunter nicht viel vorstellen. Andere Christen
reden dagegen viel vom Heiligen Geist. Sie gehören oft zur Pfingstgemeinde
oder zur charismatischen Bewegung. Manchmal behaupten sie, sie hätten
etwas besonders mit dem Heiligen Geist erlebt. Andere sind dadurch
verunsichert.
Mit
diesem Artikel beginnt eine neue Reihe über den Heiligen Geist. Wir wollen
sehen, was die Bibel zu diesem wichtigen Thema zu sagen hat.
Der Heilige Geist im Alten Testament
Schon im alten Testament lesen wir vom Heiligen Geist. Er gab den Menschen
Mut, wie Gideon (Richter 6,34), Weisheit, wie Daniel (Daniel 5,14) und
Kraft zu handeln, wie Simson (Richter 14,19) oder zu reden, wie dem
Propheten Micha (Micha 3,8).
Im Alten Testament war
die Wirkung des Heiligen Geistes aber sehr beschränkt. Er kam nur auf
einzelne Menschen wie Helden, Könige und Propheten. Mose sagte einmal:
Wollte Gott, daß alle
im Volk des Herrn Propheten wären und der Herr seinen Geist auf sie kommen
ließe!
(4.Mose 11,29)
Diese Worte zeigen,
dass
im Alten Testament der Heilige Geist nicht jedem gegeben war.
Die Wirkung des
Heiligen Geistes war auch in der Zeit beschränkt. David betete:
Nimm deinen Heiligen
Geist nicht von mir
(Psalm 51,13)
Er erinnerte sich, was
seinem Vorgänger, dem König Saul, passiert war:
Der Geist des Herrn
wich von Saul und geriet über David
(1.Samuel
16,13-14)
Im Alten Testament
konnten die Menschen nicht sicher sein, dass der Heilige Geist immer bei
ihnen bleibt.
Der Geist der Verheißung
Durch seine Propheten
im Alten Testament sagte Gott: es kommt eine neue Zeit. In dieser neuen
Zeit kann jeder Mensch den Heiligen Geist empfangen.
Ich will meinen Geist
ausgießen auf alles Fleisch
(alle Menschen) (Joel 3,1)
Gottes Geist sollte
nicht nur über die Menschen kommen, sondern in ihnen wohnen:
Ich will meinen Geist in euch geben und solche
Menschen aus euch machen, die in meine Geboten wandeln
(Hesekiel 36,27)
Gottes Gebote sind gut.
Ohne den Heiligen Geist können wir sie aber nicht halten. Wenn er in uns
wohnt, gibt er uns den willen und die Kraft dazu.
Er selbst bewirkt
beides in euch: den guten Willen und die Kraft, ihn zu tun.
(Philipper 2,13 Hoffnung für Alle)
Die Ausgießung des Geistes
Das Kommen des Heiligen
Geistes im Neuen Testament
Die Propheten des Alten
Testaments sprachen von einer neuen Zeit. Diese neue Zeit ist mit Jesus
Christus gekommen. Johannes der Täufer sagte:
Ich taufe euch mit
Wasser, aber es kommt einer nach mir, der euch mit dem Heiligen Geist
taufen wird
(Markus 1,8)
Kurz vor seiner
Himmelfahrt erinnerte der Herr Jesus seine Jünger an diese Verheißung (Apg.
1,5). Sie ging Pfingsten in Erfüllung. Wir lesen davon im 2.Kapitel der
Apostelgeschichte.
Jesus sendet den Tröster
Am letzten Abend vor
seinem Tod sprach der Herr mit seinen Jüngern. Sie waren traurig, weil
Jesus sagte, er werde sie verlassen. Er sagte aber:
Ich will den Vater
bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben.
(Johannes 14,16)
Jesus nennt den
Heiligen Geist Tröster. Das bedeutet Fürsprecher oder Anwalt. Jesus
nennt ihn auch den anderen Tröster. Jesus Christus ist unser
Fürsprecher bei Gott im Himmel; der Heilige Geist ist Christi Fürsprecher
bei uns auf Erden.
Jesus sagte weiter zu
seinen Jüngern:
Er wird bei euch sein
ewiglich und wird in euch sein.
(Johannes 14,16.17)
Der Heilige Geist kommt
und bleibt in unserem Leben. Das ist ganz anders als im Alten Testament.
Dann sagte Jesus etwas ganz gewaltiges:
Ich will euch nicht als
Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.
(Johannes 14,18)
Damit wollte der Herr
Jesus sagen: Wenn der Heilige Geist zu euch kommt, dann ist es genauso,
als wenn ich selber komme. Jemand hat es so gesagt:
"Der Heilige Geist ist die Anwesenheit Jesu in der Zeit, wo Jesus abwesend
ist."
Manche Gläubige haben
Angst vor dem Heiligen Geist. Sie können sich Gott als Vater vorstellen,
weil sie einen menschlichen Vater haben. Sie können sich Gottes Sohn
vorstellen, weil Jesus Mensch wurde. Aber den Heiligen Geist können sie
sich nicht gut vorstellen.
Wir brauchen keinen
Angst zu haben vor dem Heiligen Geist. Er ist genau so wie Jesus. Deshalb
hat die moderne Bibelübertragung Hoffnung für
Alle das Wort Tröster mit dem Satz übersetzt: der meine
(Jesu) Stelle einnehmen soll (Johannes 16,7).
Jesus geht noch weiter.
Er sagt:
Es ist gut für euch,
dass ich weggehe, denn sonst kann der Tröster nicht kommen.
(Johannes 16,7)
In seinem menschlichen
Körper konnte Jesus nicht überall sein. Durch den Heiligen Geist kann er
aber jetzt überall bei uns sein. Das ist besser, als wenn Jesus noch hier
auf Erden wäre!
Gott gibt die Gabe seines Geistes
Eine wichtige Frage
ist: wie kann ich den Heiligen Geist empfangen? Die Antwort ist sehr
einfach: Wenn ich Jesus Christus im Glauben annehmen, dann kommt der
Heilige Geist in mein Leben.
Nachdem ihr die frohe
Botschaft von eurer Rettung im Glauben angenommen habt, gehört ihr Gott
und habt den Heiligen Geist, den er jedem Glaubenden zugesagt hat.
(Epheser 1,13)
Paulus beschreibt
Leute, die an Jesus glauben als geistliche Menschen (1.Kor 2,15),
die Ungläubigen als natürliche oder seelische Menschen
(1.Kor 2,14). Ungläubige haben den Heiligen Geist nicht (Judas 19).
Wer den Geist Christi
nicht hat, der gehört auch nicht zu ihm.
(Römer 8,9)
Christ zu sein heißt
mehr als an die Lehre der Bibel zu glauben. Christsein bedeutet mehr als
ein christlicher Lebensstil. Jesus sagte, wir müssen aus dem Geist von
neuem geboren werden. Wenn Gottes Geist in unser Leben kommt, macht er aus
uns neue Menschen.
Gottes Barmherzigkeit
hat uns durch eine neue Geburt zu neuen Menschen gemacht. Das war ein Werk
des Heiligen Geistes.
(Titus 3,6)
Deshalb kann Paulus
sagen:
Gehört jemand zu
Christus, dann ist er ein neuer Mensch.
(2.Kor 5,17)
Unser Körper ist
natürlich noch immer der alte. Deshalb können wir noch müde und krank
werden. Eines Tages, wenn der Herr nicht kommt, werden wir auch sterben.
Aber wir haben die feste Hoffnung, dass Dafür gibt uns der Heilige Geist
die Garantie:
Diesen Heiligen Geist
hat Gott uns als ersten Anteil am vollständigen Erbe gegeben. Er verbürgt
uns die Erlösung, die wir noch erhalten werden.
(Epheser 1,14)
Wer den Heiligen Geist
hat, darf also wissen: ich bin ein Gotteskind.
Gottes Geist selber
gibt uns die Gewissheit, dass wir Gotteskinder sind.
(Römer 8,16)
Es ist ein großes
Vorrecht, Gottes Kind zu sein. Aber es ist auch eine große Verantwortung.
Es ist wunderbar, dass der Heilige Geist in uns wohnt. Aber das hat
Folgen:
Wisset ihr nicht, dass
euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt.
Verherrlicht also Gott mit eurem Körper.
(1.Korinther 6,19)
Im nächsten Artikel
werden wir sehen, was der Heilige Geist in unserem Leben tut. Wir werden
auch sehen, was wir tun müssen, damit er in und durch uns wirken kann.
Michael Ponsford
mponsford@t-online.de