Einleitung
Im ersten Artikel haben wir gesehen, wie Gott im Alten
Testament seinen Geist verheißen hat. Am ersten Pfingsten wurde der
Heilige Geist in die Welt gesandt. Jetzt wohnt er in jedem, der Jesus
Christus im Glauben angenommen hat.
Im vorigen Artikel haben wir gesehen, dass der Heilige
Geist uns verändern will. Er macht aus uns neue Menschen! Er hilft aus, so
zu leben, wie wir leben sollten. Schon im Alten Testament hat Gott
versprochen:
Ich will meinen Geist in euch
geben und solche Menschen aus euch machen, die in meine Geboten wandeln
(Hesekiel 36,27)
In diesem Artikel wollen wir sehen, wie das praktisch
aussieht. Zuerst wollen wir sehen, was der Heilige Geist in uns tut.
Paulus nennt das den Beistand des Geistes. Dann wollen wir sehen, was wir
tun müssen. Paulus spricht vom Wandel im Geist.
Der Beistand des Geistes
Der Heilige Geist befreit uns von unseren schlechten Gewohnheiten. Paulus
schreibt
Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des
Fleisches nicht vollbringen. (Galater 5,16)
So steht es in der Lutherübersetzung. In der Guten
Nachricht heißt es:
Von Natur aus sind wir Menschen Egoisten. Wir wollen unseren eigenen Weg
gehen und kümmern uns wenig um andere Leute. Wir fragen nicht, was Gott
möchte, sondern suchen, was uns gefällt. Oft sind wir gebunden durch
schlechten Gewohnheiten.
Wenn der Heilige Geist in uns wohnt, lässt er uns nicht mehr eigene Wege
gehen:
Gottes Geist kämpft gegen die menschliche
Selbstsucht (Gal. 5,17
Gute Nachricht).
Er duldet unseren Egoismus nicht
(Gal 5,17 Hoffnung für
alle).
Er gibt uns ein schlechtes Gewissen, wenn wir etwas gegen Gottes Willen
tun. Er ruft uns zu Gottes Wegen zurück. Er befreit uns von schlechten
Gewohnheiten.
Der Heilige Geist verändert unser Denken
und gibt uns eine neue Einstellung
Gottes Geist will euch mit einer völlig neuen Gesinnung erfüllen (Eph 4,23
Hoffnung für alle).
Lasst euch im innersten von Gott umwandeln
(Röm. 12,2 Gute
Nachricht).
Als wir noch nicht mit Jesus Christus lebten, hatten wir ganz andere
Interessen. Der eine lebte nur für den Beruf. Der andere wollte viel Geld
verdienen. Der andere wollte viel Spaß haben. Vielleicht fanden wir
Gefallen an dreckige Witze und schmutzige Bilder. Für Gott hatten wir
wenig übrig, die Bibel schien uns ein verstaubtes Buch, der Gottesdienst
war uns langweilig.
Seitdem wir Jesus kennen, ist alles anders geworden. Der Heilige Geist
wohnt jetzt in uns. Was uns vorher wichtig war, ist uns nicht mehr
wichtig. Wir möchten die Bibel lesen, um Jesus Christus besser kennen zu
lernen. Wir wollen Gemeinschaft mit anderen Gläubigen haben.
Der Heilige Geist leitet uns
Viele Leute meinen, die Bibel sei ein Buch voller Regeln. Sie denken: wenn
wir Gott gefallen wollen, müssen wir all diese Regeln halten. Sie meinen,
die Kirche müsse uns sagen, welche Kleider wir anziehen, welche Bücher wir
lesen und welche Fernsehsendungen wir uns anschauen dürfen. Manche fühlen
sich dann sicher. Es gibt Leute, die denken, die Bibel sagt uns, welche
Frisur wir haben sollen!
Paulus sagt: es geht nicht darum, viele Regeln zu befolgen, sondern dass
der Heilige Geist uns führt (Galater 5,18). Wenn wir Gottes Kinder sind,
dann leitet uns sein Geist (Römer 8,14). Er führt uns durch die Heilige
Schrift und durch den Rat anderer Glaubensgeschwister.
Der Heilige Geist stärkt uns
Es ist nicht immer leicht, das Richtige zu tun. Es fällt uns Beispiel
schwer, uns zu entschuldigen, wenn wir etwas falsch gemacht haben.
Vielleicht müssen wir eine schwierige Person lieben und brauchen Kraft
dazu. Oder wir müssen eine unangenehme Entscheidung treffen, oder einer
Versuchung widerstehen. Paulus schrieb den Christen in Ephesus:
ich bete zu Gott, damit ihr durch seinen Geist
innerlich stark werdet (Epheser 3,16).
Er selbst bewirkt beides in euch: den guten Willen
und die Kraft, ihn zu tun. (Philipper 2,13
Hoffnung für Alle).
Der Wandel im Geist
Gottes Geist hilft uns, aber wir haben auch eine Verantwortung. Gott gibt
uns den Befehl:
wandelt im Geist!
(Galater 5,16).
In Hoffnung für alle heißt es:
Das bedeutet zunächst, dass wir Jesus Christus unser Leben übergeben. Er
ist König und Herr. Er allein muss in unseren Herzen regieren.
Gottes Geist, der in uns wohnt, will uns ganz allein
besitzen (Jakobus 4,5
Hoffnung für alle).
Das bedeutet auch, dass wir alles aus unserem Leben ausschneiden müssen,
was Gott nicht gefällt.
Wenn du aber auf die Stimme Gottes hörst, werden die
selbstsüchtigen Wünschen in dir getötet
(Römer 8,13 Hoffnung für alle).
Wir sollten Gottes Geist nicht betrüben
(Eph 4,30).
Martin Luther sagte: Das Wort ist das Fahrzeug des Geistes. Das heißt: der
Heilige Geist wirkt durch die Heilige Schrift. Gottes Wort ist sein
Schwert (Eph 6,17b). Wenn Christi Wort reichlich in uns wohnt (Kol. 3,16),
werden wir voll Geistes (Eph. 5,18).
Der heiliger Geist wirkt durch Gebet. Jesus sagte:
Der Vater im Himmel wird seinen Geist gebe denen,
die ihn darum bitten (Lukas 11,13).
Die erste Christen baten Gott um Mut und wurden mit
dem Heiligen Geist erfüllt (Apostelgeschichte
4,29.31).
In Israel gibt es zwei großen Binnenseen, der See Genezareth im Norden und
das Tote Meer im Süden. Der See Genezareth empfängt Wasser aus der
Jordanquelle und gibt es weiter. Er ist lebendig und voller Fische. Das
Tote Meer hat keinen Ausfluss. Es ist tot.
Das ist ein Bild für unser Leben. Wenn wir nur empfangen und für uns
behalten, bleiben wir tot. Wenn wir weitergeben, werden wir lebendig.
Michael Ponsford
mponsford@t-online.de