Matthäusevangelium Kapitel 6, Vers 10
Gottes Reich und Gottes Wille
Martin Luther hat gesagt: "Gottes Reich kommt auf zweierlei Weise. Einmal
hier, in dieser Zeit, durch das Wort und den Glauben. Dann wird es in der
Ewigkeit offenbar (alle werden es sehen). Gottes Reich fängt hier wohl an
und wächst. Erst in der Ewigkeit wird es aber vollkommen."
Man kann es ganz einfach sagen: Wo Gottes Wille getan wird, dort ist
Gottes Reich. Im Himmel wird Gottes Wille immer getan. Deshalb wird Gottes
Reich manchmal auch "Himmelreich" genannt.
Hier auf Erden wird Gottes Wille nicht immer getan. Deshalb sollen wir
dafür beten, dass Gottes Reich komme und sein Wille sei getan, wie im
Himmel, so auf Erden.
Wir beten zuerst für uns selbst
Zuerst sollten wir für uns selber beten: "Dein Reich komme in mein Herz,
in mein Leben." Wir sagen zu Gott: "Ich möchte, dass Jesus Christus der
König meines Herzens ist. Jesus soll der Herr meines Lebens sein." Wenn
wir beten: "Dein Wille geschehe in mir," dann sagen wir zu Gott: "Ich
möchten tun, was du willst."
Das können wir aber nur tun, wenn wir dem Herrn Jesus Christus unser Leben
übergeben haben. Jesus sagte:
Wer nicht von neuem geboren ist, kann das Reich
Gottes nicht sehen und in das Reich Gottes nicht eingehen.
(Johannesevangelium 3,3+5)
Wenn wir zu Gott beten: "Dein Wille geschehe in meinem Leben," dann werden
wir merken, dass wir nicht immer Gottes Willen tun. Oft tun wir lieber,
was wir wollen. Wir wissen manchmal, was die Bibel sagt, aber wir gehen
lieber unseren eigenen Weg.
Wenn wir merken, dass wir den eigenen Weg gegangen sind, können wir es
Gott im Gebet sagen. Das nennt man "die Sünde bekennen." Die Heilige
Schrift sagt:
Wenn wir zugeben, dass wir eine Sünde getan haben,
dann wird Gott sie uns vergeben und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes,
macht uns rein von jeder Sünde.
(1. Johannesbrief 1,9+7)
Es ist wunderbar, dass Gott uns vergibt, wenn wir etwas falsches getan
haben. Aber nicht nur das: er gibt uns die Kraft, das Richtige zu tun. Um
uns zu helfen, hat Gott uns drei Geschenke gegeben.
Zuerst hat er uns den Heiligen Geist gegeben.
Ihr seid Gottes Kinder, deshalb hat Gott den Geist
seines Sohnes in eure Herzen gesandt.
(Galater 4:6)
Gottes Geist handelt, wenn wir beten. Er gibt uns den Wunsch und die
Kraft, Gottes Willen zu tun.
Gottes zweite Geschenk ist sein Wort, die Heilige Schrift, die Bibel. Wenn
wir beten: "Dein Wille geschehe!" dann sollten wir auch in der Bibel
lesen. Die Bibel sagt uns, was Gottes Wille ist.
Als drittes Geschenk hat Gott uns Freunde gegeben. Das sind andere
Menschen, die auch an Jesus Christus glauben. Wir treffen sie zum Beispiel
im Gehörlosen-Gottesdienst, in der Bibelstunde, auf einer Freizeit. Wir
helfen einander und wir beten füreinander.
Wir beten für andere Leute
Hast du schon gebetet: "Vater im Himmel, dein Reich komme in meinem
Herzen, dein Wille geschehe in meinem Leben"? Dann sollst du für deine
Freunde beten, die auch an Jesus Christus glauben. Bete, dass der Herr
Jesus König sein kann in ihrem Herzen. Bete, dass sie auch Gottes Willen
tun.
Du hast sicher Freunde, Bekannte und Verwandte, die Jesus Christus noch
nicht kennen. Auch für sie kannst du beten: "Dein Reich komme! Dein Wille
geschehe!" Was bedeutet das? Du betest: "Herr, ich bitte dich für meinen
Freund. Ich bitte dich, dass er zum Glauben an Jesus Christus kommt. Ich
bitte, dass er Jesus als seinen Herrn und Heiland kennen lernt. Ich bitte,
dass er beginnt, in der Bibel zu lesen. Ich bitte, Herr, dass er deinen
Willen tut."
Wir beten für unsere Gesellschaft und
die Welt, in der wir leben
In die Heilige Schrift heißt es:
Der Herr will nicht, dass Leute verloren gehen,
sondern dass alle Gelegenheit finden, umzukehren. Gott will, dass alle
Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit in Jesus Christus
erkennen.
(2.Petrus 3,9; 1.Timotheus 2,4).
Wenn wir zu Gott beten: “Dein Wille geschehe!” dann beten wir für die
Evangelisation. Wir beten, dass die Gute Nachricht von Jesus Christus
weitergesagt wird. Als Gehörgeschädigte beten wir besonders für gehörlose
Menschen. Wir möchten, dass auch sie von Jesus Christus erfahren und ihr
Vertrauen auf ihn setzen. In Deutschland, in der Schweiz und in
Österreich. Aber auch in anderen Ländern. Wir beten für die weltweite
Mission.
Unsere Welt ist voller Probleme. Wir sehen sie jeden Abend im Fernsehen.
Krieg, Unruhe, Hunger, Naturkatastrophen, Arbeitslosigkeit. Was denken
wir? Wenn wir die Probleme der Welt sehen, können wir auch zu Gott beten:
”Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.” Die Bibel sagt:
In aller Welt macht Gott den Krieg ein Ende.
(Psalm 46,10).
Herr, unser Gott, du wirst uns Frieden schenken.
(Jesaja 26,12).
Wir dürfen Gott darum bitten, dass Kriege aufhören. Wir dürfen für Frieden
und Gerechtigkeit beten. Wir können Gott bitten, dass Menschen Hilfe
bekommen in den Naturkatastrophen. Gott erhört unsere Gebete.
Wir beten, dass der Herr Jesus Christus
wiederkommt
Unsere Welt steckt voller Probleme. Sie wird nie vollkommen sein. Es wird
immer Unrecht, Krankheit, Leid und Tod geben. Aber:
Gott hat uns eine neue Welt versprochen. Dort wird
es kein Unrecht mehr geben. Dort wird Gottes Wille getan. Auf diese neue
Welt warten wir. (2.Petrus 3,13).
Wir sind traurig über das Unrecht und das Leid dieser Welt. Wir haben eine
große Lust, Gottes neue Welt zu sehen. Im letzten Buch der Bibel lesen wir
darüber:
Gott wird bei den Menschen wohnen. Er wird alle
Tränen von ihren Augen abwischen. Es wird kein Tod mehr sein, auch kein
Leid und kein Schmerz. (Offenbarung 21,3-4).
Diese neue Welt werden wir erst sehen, wenn Jesus Christus wiederkommt.
Deshalb sagen wir: "Komm, Herr Jesus!" (Offenbarung 22,20). Deshalb beten
wir "Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Michael Ponsford
mponsford@t-online.de