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In der Webseite "Mechanismen der Evolution" wurde die Artbildung beschrieben. Die Evolutionstheoretiker behaupten, dass die Entstehung neuer biologischer Arten auf den Beginn einer Höherentwicklung (Makroevolution) hinweist. Wirklich? Schauen wir uns zum Beispiel die Bildung neuer Arten auf den Böden von Bergwerkshalden in Südengland an. Diese Böden sind durch Schwermetalle so vergiftet, dass die meisten angewehten Samen dort nicht keimen oder schnell absterben. Aber es gibt einige wenige Pflanzen, die jedoch auswachsen und die Nachkommen erzeugen können, die alle in der Lage sind, die schwermetallverseuchten Bergwerkshalden zu besiedeln. Die gifttoleranten Pflanzen können sich aber kaum noch oder gar nicht mehr mit den auf normalen Böden wachsenden Formen kreuzen, von denen sie stammen. Daher sind sie aufgrund der Biospezies-Definition als neue biologische Art anzusehen.
Ist das soeben geschilderte Phänomen nicht ein Beispiel einer beginnenden evolutiven Höherentwicklung? Genetische Untersuchen der oben erwähnten Bergwerkshaldenpflanzen haben ergeben, dass die Fähigkeit der Gifttoleranz nicht erworben wurde, sondern bereits in den Pflanzen vorhanden ist, bevor sie die Giftböden besiedelten! Allerdings ist der Anteil der gifttoleranten Formen auf den
normalen Böden sehr gering (bis zu 0,16% beim Honiggras), weil sie eine geringe Vitalität haben. Also handelt es sich dabei nicht um eine beginnende Höherentwicklung, sondern um eine extreme Spezialisierung, mit der aber auch eine Verarmung des Genpools einhergeht. Wird von einer Population ein Teil abgespalten, so enthält der Genpool der Teilpopulation in der Regel nicht alle Gene und Allele der Mutterpopulation, d.h. die Teilpopulation besitzt einen ärmeren Genpool als zuvor. Aufgrund der Gendrift kann sich die abgespaltene Teilpopulation zu einer neuen Rasse oder durch unterschiedliche Mikroevolution gar zu einer neuen Art weiterentwickeln. Wird der Abspaltungsprozess mehrfach fortgesetzt, kann der Genpool der letzten Rasse so verarmt sein, dass sie wegen der dadurch bedingten, stark eingeschränkten Anpassungsfähigkeit bei geringen Umweltveränderungen ausgestorben wird.
Der holländische Zoologe
Duyvende de Wit hat diese Situation wie folgt treffend beschrieben1:
Reinhard Junker und Siegfried Scherer schrieben2:
Fazit: Da Artaufspaltungen zu
Spezialisierung und zu Genpoolverarmung führen und in
Entwicklungssackgassen enden können, wie empirische Daten dies zeigen, ist
Artbildung nicht als beginnende Höherentwicklung (Makroevolution)
anzusehen. Empirisch nachweisbar ist nur, dass Artbildung im Rahmen der
Mikroevolution bleibt.
1: Evolution - ein kritisches
Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel
Biologie, S. 60 Bildquellen: Abb. 1: Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel
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