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Unter Ontogenese versteht man die Individualentwicklung eines Lebewesens von der befruchteten Eizelle bis zu seiner Geburt. Dieser Begriff wird zum Teil auch erweitert auf die Keimes- und Jugendentwicklung (bis zur Geschlechtsreife) oder gar auf das gesamte Leben eines Organismus bis zu seinem Tod angewendet. Für die Evolutionstheorie spielt die Ontogenese eine wichtige Rolle. Denn sie behauptet, dass die Keimesentwicklung vieler Organismen Hinweise auf die Stammesgeschichte liefert. Während der Keimesentwicklung werden einige Organe angelegt, die im ausgewachsenen Zustand entweder völlig fehlen oder dann in einer Form vorliegen, für die der Verlauf der Keimesentwicklung einen "Umweg" darstellt.
Einige Beispiele: Der menschliche Embryo legt
während der Keimesentwicklung ein relatives dichtes embryonales Haarkleid
an, das er noch vor der Geburt wieder abstößt. Die Embryonen der
beinlosen Blindschleiche enthalten Anlagen
von Vordergliedmaßen. Die Bartenwalen
legen als Embryonen Zahnanlagen an, die aber nie fertig entwickelt und
später sogar reduziert und
durch
verhornte Gaumenleisten ersetzt werden, die sie als Sieb beim Beutefang
einsetzen. Sie zeigen, dass sie von Vorfahren abstammen, die Zähne
besaßen.
Diese Aussage ist allerdings nur für die Keimesentwicklung einzelner Merkmale, nicht für den ganzen Organismus zutreffend.
Die obere Reihe zeigt die auffallende
Übereinstimmung in der Gestalt und in der Anlage der Kiemenbögen.
Allerdings muss man sich fragen, ob diese Zeichnung von Ernst Haeckel
korrekt angefertigt wurde. Bildquellen: Abb. 1: Herkunft unbekannt (Internet)
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