Zeugnisse der Paläontologie

Paläontologie ist eine Wissenschaft, welche die Lebewesen aus frühen Epochen der Erdgeschichte erforscht. Man nennt die (versteinerten) Überreste und Spuren von Tieren und Pflanzen vergangener Erdzeitalter Fossilien.


Abb. 1: Ein Beispiel von Fossilien

Die Evolutionstheorie lehrt, dass sich die einzelnen Organismen nach und nach während der Zeit von Jahrmillionen Jahren auseinanderentwickelt haben. So kennt man als älteste Fossilien  primitive Blaualgen und Bakterien bereits aus Gesteinen, die mehr als 3 Milliarden Jahre alt sind. Erst in den geologischen Schichten seit dem Kambrium (vor ca. 500 Millionen Jahren) findet man ein reiches fossiles Material.


Abb. 2: Einige Tiere aus dem Kambrium

Anhand dieser fossilen Daten zeigt die Paläontologie, dass erstens nicht alle Organismengruppen "von Anbeginn an" existiert haben, zweitens die Organismen, die man in den ältesten geologischen Schichten findet, "einfacher" gebaut sind als die, die man aus späteren Schichten kennt. So finden sich im Kambrium z.B. schon Schnecken, Stachelhäuter und Gliederfüßer, aber noch keine Wirbeltiere und keine Landpflanzen. In den darüber liegenden Schichten erschienen dann die Wirbeltiere. Daran folgten die Landtiere. Die ersten Säugetiere z.B. tauchten erst in der Jurazeit (vor ca. 160 Millionen Jahren) auf. Die weltweite Übereinstimmung dieser Abfolge der Fossilgemeinschaften wird im Evolutionsmodell gedeutet, dass während der stammesgeschichtlichen Entwicklung die Organismengruppen nacheinander und auseinander entstanden waren.

In einigen Fällen können nach Ansicht der Evolutionsbiologen bestimmte Tiergruppen in ihrer allmählichen Umwandlung während der langen Zeit direkt verfolgt werden. Berühmt ist hier zum Beispiel die Phylogenie (= stammesgeschichtliche Entwicklung) der Pferde im Verlauf des Tertiärs (vor ca. 60 Millionen Jahren).


Abb. 3: Evolution der Pferde

Nach der Evolutionstheorie erwartet man, dass im Fossilenmaterial so genannte Übergangsformen oder Bindeglieder zwischen verschiedenen Arten und höheren systematischen Organismengruppen aufgefunden werden. Diese Übergangsformen tragen die Merkmale verschiedener Tiergruppen, die nacheinander entstanden waren. Das bekannteste Beispiel ist der Urvogel Archaeopteryx aus der Jurazeit. Er wurde in 6 Exemplaren in den Plattenkalken bei Solnhofen aufgefunden. Da der Urvogel Merkmale von Reptilien und Vögeln zeigt, belegt er nach Ansicht der Evolutionsbiologen die stammesgeschichtliche Entwicklung der Vögel aus den Reptilienahnen.

       

Abb 4 und 5: Der "Urvogel" Archaeopteryx

Eine ähnliche Rolle spielt das "Uramphibium" Ichtchyostega. Weil dieses Tier Merkmale von Fischen und Amphibien zeigt, wird es als eine Übergangsform von den Fischen zu den Amphibien gedeutet.


Abb. 6: Das "Uramphibium" Ichtchyostega

 

Bildquellen:

Abb. 1: Eifel Tour, http://www.eifeltour.de
Abb. 2: Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie
Abb. 3:
Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie
Abb. 4: Herkunft unbekannt (Internet)
Abb. 5: Amphibien und Riesensaurier, Fackelverlag, Stuttgart, 1977
Abb. 6: Linder Biologie, Schroedel-Verlag