Rudimentäre Organe

"Rudimentär" nennt man Organe, die kein Funktion oder eine im Vergleich zu ihrem Bau zu geringfügige Funktion enthalten sollen.

Die Evolutionstheorie deutet diese Funktionslosigkeit bzw. eingeschränkte Funktionsfähigkeit als Funktionsverlust bzw. als Rückbildung, die im Lauf der Stammesgeschichte entstanden waren. Hier werden nur einige Beispiele für evolutionstheoretisch gedeutete, rudimentäre Organe bei Organismen aufgeführt.

 

Der Wurmfortsatz

Das berühmte Beispiel  für rudimentäre Organe ist der  Wurmfortsatz am Blinddarm des Menschen.


Abb. 1: Der Wurmfortsatz am Blinddarm des Menschen

So lässt sich dieser Wurmfortsatz als Rest eines früheren größeren Darmanhanges deuten, in dem Nahrung aufgeschlossen wurde.

 

Rudimentäre Becken bei Walen

Bei einigen Walen lassen sich die Becken- und Oberschenkelknochen als rudimentäre Organe deuten. Die Evolutionstheoretiker argumentieren, dass die Wale von den landbewohnenden Vorfahren der Säugetiere stammten. Nach dieser Theorie wurde beim Übergang ins Wasser ein Großteil des Körpers umgebaut, wobei die Extremitäten und der Beckenknochen rückgebildet wurden, da sie im Wasser nicht gebraucht wurden.

       
Abb. 2 und 3.: "Rudimentäres" Becken des Pottwales, des Seiwals
und des Finnwals

 

Extremitäten"rudimente" bei Pythonschlangen

Die "Reste" des Beckens und der Hinterextremität bei Pythonschlangen werden evolutionstheoretisch als Rückbildungen beim Übergang von der laufenden zur schlängelnden Fortbewegung interpretiert.

       

Abb. 4 und 5: Extremitäten"rudimente" bei Pythonschlangen

 

Der Kiwi

Der in Australien lebende Kiwi ist ein flugunfähiger Vogel. Bei diesem Vogel werden die schwach ausgebildeten Flügel evolutionstheoretisch als rudimentäre Flügel gedeutet. Angeblich verkümmerten die Flügel, weil in seinen Lebensräumen kaum natürliche Feinde vorhanden sind.


Abb. 6: Der in Australien lebende Kiwi

 

Der Darwinsche Ohrhöcker

Der am menschlichen Ohr befindliche kleine Höcker wurde schon von Charles Darwin als entwicklungsgeschichtlich umgeformte Spitze des Säugetierohres gedeutet.


Abb. 7: Der Darwinsche Ohrhöcker

Bildquellen:

Abb. 1: Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie
Abb. 2: Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie
Abb. 3:
Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie
Abb. 4: Herkunft unbekannt (Internet)
Abb. 5: Günther Osche, Evolution, Verlag Herder, 1972
Abb. 6: Herkunft unbekannt (Internet)
Abb. 7:
Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie