Rudimentäre Organe"Rudimentär" nennt man Organe, die kein Funktion oder eine im Vergleich
zu ihrem Bau zu geringfügige Funktion enthalten sollen.
Die Evolutionstheorie deutet diese Funktionslosigkeit
bzw. eingeschränkte Funktionsfähigkeit als Funktionsverlust bzw. als
Rückbildung, die im Lauf der Stammesgeschichte entstanden waren. Hier
werden nur einige Beispiele für evolutionstheoretisch gedeutete,
rudimentäre Organe bei Organismen aufgeführt. Das berühmte Beispiel für rudimentäre Organe ist
der Wurmfortsatz am Blinddarm des Menschen.
So lässt sich dieser Wurmfortsatz als Rest eines früheren größeren Darmanhanges deuten, in dem Nahrung aufgeschlossen wurde.
Rudimentäre Becken bei WalenBei einigen
Walen lassen sich die Becken- und Oberschenkelknochen als rudimentäre
Organe deuten. Die Evolutionstheoretiker argumentieren, dass die Wale von
den landbewohnenden Vorfahren der Säugetiere stammten. Nach dieser Theorie
wurde beim Übergang ins Wasser ein Großteil des Körpers umgebaut, wobei
die Extremitäten und der Beckenknochen rückgebildet wurden, da sie im
Wasser nicht gebraucht wurden.
Extremitäten"rudimente" bei PythonschlangenDie "Reste" des
Beckens und der Hinterextremität bei Pythonschlangen werden
evolutionstheoretisch als Rückbildungen beim Übergang von der laufenden
zur schlängelnden Fortbewegung interpretiert.
Der KiwiDer in Australien lebende Kiwi ist ein flugunfähiger Vogel. Bei diesem Vogel werden die schwach ausgebildeten Flügel evolutionstheoretisch als rudimentäre Flügel gedeutet. Angeblich verkümmerten die Flügel, weil in seinen Lebensräumen kaum natürliche Feinde vorhanden sind.
Der Darwinsche OhrhöckerDer am menschlichen Ohr befindliche kleine Höcker wurde schon von Charles Darwin als entwicklungsgeschichtlich umgeformte Spitze des Säugetierohres gedeutet.
Bildquellen: Abb. 1: Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R.
Junker, S. Scherer, Weyel
Biologie |
||||||||