Deutung der Fossilüberlieferung

Die Vollkommenheit der fossilen Lebewesen

Die Schöpfungslehre geht davon aus, dass alle gefundenen fossilen Lebewesen schon von Anbeginn "fertig", d.h. optimal an ihren Lebensraum und ihre Bedürfnisse angepasst sind. Einige Beispiele der lebenden Fossilen sollen dies zeigen:

So sind zum fossile Pfeilschwanzkrebse nicht einfacher gebaut als die heute lebenden:


Abb. 1: Fossiler Pfeilschwanzkrebs


Abb. 2: Lebender Pfeilschwanzkrebs

Die fossile Fledermaus aus der Grube Messel war bereits eine "richtige" Fledermaus mit voll ausgeprägtem Flugapparat und Echoloteinrichtung:


Abb. 3: Fossile Fledermaus

Auch bei der versteinerten Libelle aus dem Solnhofener Gestein aus dem Jura kann man bis in Details keinen Unterschied zu den heutigen Libellen feststellen:


Abb. 4: Versteinerte Libelle

Ammoniten gehören zur Klasse der Kopffüßler und bewohnten rund 330 Millionen Jahre lang die Meere der verschiedenen Erdzeitalter und starben vor 65 Millionen Jahren, am Ende der Kreidezeit, aus. Aber auch heute noch kann man im indischen Ozean Kopffüßler finden, die den Ammoniten sehr ähnlich sind. Man nennt diese Tiere Nautilus.
 


Abb. 5: Ammonit


Abb. 6: Nautilus

Nicht nur das, sondern auch zahlreiche weitere Krustentiere, Seeigel, Seesterne, Muschel und Schnecken gleichen den heute lebenden bis ins Detail hinein.

Es ist für die Evolutionsbiologen nicht einfach, die Existenz dieser lebenden Fossilien zu erklären. Sie argumentieren folgendermaßen: Die Lebensräume dieser Lebewesen änderten sich z.T. während Hunderte von Millionen von Jahren nicht, so dass die stabilisierende Selektion wirkte. Jedoch zieht dieses Argument angesichts der Tatsache nicht, dass zum Beispiel im Lebensraum des Quastenflossers Latimeria parallel dazu eine ganz "moderne" Fischfauna entwickelt haben soll.

 

Regelhaftigkeit der Fossilüberlieferung

Weltweit lässt sich in den geologischen Schichten folgende Abfolge der Fossilien feststellen: In den ältesten Schichten findet man ausschließlich Bakterien, wenige Pilze, unbekannte Organismen, in den darüber liegenden Schichten die Überresten der Fische und der anderen Meeresorganismen, aber noch keine Landlebewesen finden sich darin. In höheren Schichten erschienen zuerst die Amphibien, dann die Reptilien. Ihnen folgen noch weiter oben Überreste "moderner" Säugetiere. Und nur in den jüngsten Schichten wurden die menschlichen Fossilien gefunden.


Abb. 7: Regelhaftigkeit der Fossilablagerungen

Diese weltweit festgestellte Regelhaftigkeit der Fossilablagerung ist ein gutes Argument für die Makroevolution. Das bedeutet aber nicht, dass die einleuchtende Deutung in einer Theorie eine alternative Deutung in einer anderen Theorie ausschließt. Dieselbe Fakten können sehr verschieden gedeutet werden. Nun, wie kann die Schöpfungslehre diesen Fossilbefund deuten?

Die Langzeit-Schöpfungslehre besagt, dass die Grundtypen im Lauf von Hunderten von Jahrmillionen nacheinander erschaffen wurden. Daher kann sie mit dem Zeitrahmen der Geologie und Paläontologie konform gehen. Die fehlenden Übergangsformen in der Fossilüberlieferung entsprechen gut den Erwartungen dieses Schöpfungsmodells.

Die Kurzzeit-Schöpfungslehre geht dagegen von einer Erschaffung der Grundtypen innerhalb einer Schöpfungswoche aus. Dies erfolgte geologisch gesehen "gleichzeitig". Die Regelhaftigkeit der Fossilüberlieferung bedeutet für dieses Modell ein besonderes Problem. Dieses Schöpfungsmodell ist generell auch ein "katastrophisches" Modell. Man geht in diesem Modell davon aus, dass sich in der Erdvergangenheit mehrere regionale bis globale Katastrophen ereigneten, die für die Fossilbildung verantwortlich waren. Nach Katastrophen waren die betroffenen Lebensräume "kahl geschlagen". Dann erfolgten die Neubesiedelung durch verschiedene Lebensgemeinschaften, die sich nacheinander in rascher Folge und regelrecht abgelöst hatten. Typische Kennzeichen dieser Lebensgemeinschaften waren die Kurzlebigkeit und die Massenvermehrung. Dabei könnten folgende Faktoren in Betracht kommen (Nach Junker/Scherer, Evolution - Ein kritisches Lehrbuch, Seite 282):

  • Verfügbarkeit von Lebensräumen in der Zeit nach großen Katastrophen (nach einer Flut werden dies zuerst vor allem marine (= im Meer existierende), dann limnische (= im Süßwasser existierende) und erst später zunehmend terrestrische (= auf dem Land existierende) Lebensräume gewesen sein),
     

  • Generationszeiten und maximale Ausbreitungsgeschwindigkeiten von Organismen (etwa zusammenhängend mit der Körpergröße und anderen Anpassungen),
     

  • zahlreiche, in ihrem Ausmaß im Laufe der Zeit jedoch abklingende Katastrophen geologischer und biologischer Art haben zur Überlieferung (Fossilisierung) von "Momentaufnahmen" der jeweiligen Sukzessionsstadien geführt,
     

  • Ausbreitung überlebender Populationen und Einwanderung von Organismen in diese zerstörten Gebiete.

Diese interessante Hypothese kann einerseits zwar einige Fossilbefunde deuten und ist aber andererseits nicht in der Lage, eine Reihe von Fragen beantworten. Zum Beispiel ist es im Rahmen dieser Hypothese rätselhaft, warum in den geologischen Schichten, welche die Überreste der Dinosaurier enthalten, nicht wenigstens in Ausnahmefällen zum Beispiel "moderne" Säugetierfossilien, geschweige denn Menschenfossilien vorkommen.

Bildquellen:

Abb. 1: http://www.tierpark-bochum.de
Abb. 2: http://www.tierpark-bochum.de
Abb. 3: Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie, 2000
Abb. 4: Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie, 2000
Abb. 5: http://www.tierpark-bochum.de
Abb. 6: http://www.tierpark-bochum.de
Abb. 7: Hans-Holger Miebach