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Die Schöpfungslehre gründet sich auf der konservativen
Auslegung des Schöpfungsberichtes der Bibel. Demzufolge erschuf Gott alle
Lebewesen nach ihrer Art. Was versteht die Bibel genauer unter "Art"?
Darüber gibt sie keine eindeutige Auskunft. Daher besitzt der
Schöpfungswissenschaftler eine gewisse Freiheit, wenn er versucht
herauszufinden, welche Lebewesen jeweils zu einer "geschaffenen Art" gehören.
Als Kandidat für die "geschaffene Art" könnte der so genannte Grundtyp in
Frage kommen. Denn für den Grundtyp können die Kriterien angegeben werden, nach denen sich
die Grundtypen eindeutlich voneinander abgrenzen lassen. Die auf
Frank L. Marsh zurückgehende Grundtypdefinition lautet:
Diese Grundtypdefinition unterscheidet sich in folgenden Punkten von der Definition der biologischen Art:
Solch ein Grundtyp sind zum Beispiel die Hundeartigen. Alle Hunde lassen sich, wenigstens über Umwege, untereinander kreuzen. Sogar sehr unterschiedliche Hundeartige wie Wolf und Pudel lassen sich kreuzen, wie entsprechende Experimente zeigen. Dabei bleibt die Fortpflanzungsfähigkeit erhalten. Alle Hundeartigen stammten von einem Urhund ab, dessen Aussehen nicht mehr rekonstruiert werden kann. Dieser trug die Chromosomen und Gene aller Hundeartigen, die wir heute kennen.
Zu den Hundeartigen gehören beispielsweise der Haushund, der Wolf, der Fuchs, der Kojote und der Schakal. Mit dieser sinnvollen Zusammenfassung der Lebewesen zu bestimmten Grundtypen kann das Schöpfungsbild auch angesichts des heutigen Artenreichtums beibehalten werden. Weitere Beispiele von Grundtypen: Grundtyp "Hühnervögel"
Grundtyp "Pferdeartige"
Eine genaue Grundtyp-Untersuchung ist notwendig, wenn eine Tier- und Pflanzengruppe als ein Grundtyp beschrieben werden kann. Als erster Schritt wird eine Kreuzungstabelle mit den Kreuzungsergebnissen aufgestellt. Wenn alle Arten kreuzungsmäßig direkt oder indirekt miteinander verbunden sind und wenn keine Kreuzung zwischen den Arten dieser Gruppe und den anderen Arten außerhalb dieser Gruppe festgestellt wird, dann wird diese Gruppe als Grundtyp erkennbar. Anhand der Kreuzungsanalyse lassen sich die Grundtypen also eindeutig voneinander abgrenzen. In vielen Fällen zeichnen sich die Grundtypen auch durch typische morphologische Merkmale aus. Zum Beispiel ist bei den Entenartigen der typische Entenschnabel ein solches Merkmal. Die deutliche Abgrenzbarkeit von Grundtypen kann als Hinweis dafür gewertet werden, die Grundtypen mit den "geschaffenen Arten" gleichzusetzen.
Bildquellen: Abb. 1: Hans-Holger Miebach |