Ähnlichkeiten und rudimentäre Organe

Ähnlichkeiten

Die Ähnlichkeit der Lebewesen muss nicht nur evolutionär gedeutet werden. Auch in der Schöpfungstheorie findet sie eine plausible Deutung: Die Ähnlichkeiten können auch auf einen gemeinsamen Konstrukteur zurückgeführt werden, der alle Arten nach einem gemeinsamen Konstruktionsplan entworfen hat. Ein Beispiel aus der Autowelt mag dies verdeutlichen:


Abb. 1: VW-Käfer


Abb. 2: Ferdinand Porsche


Abb. 3: Porsche

Ferdinand Porsche hatte in den dreißiger Jahren das erste Modell des VW-Käfers entwickelt. Nach dem 2. Weltkrieg macht er sich von VW unabhängig und gründete eine eigene Firma "Porsche". Daraus entstand der Porsche. Die beiden Automodelle VW-Käfer und Porsche weisen gleiche Merkmale auf: Die runde Karosserie, den Kofferraum vorne und den Motor hinten. Der Porsche ist später entstanden als der VW-Käfer, aber niemand würde auf die Gedanken kommen zu behaupten, der Porsche habe sich aus dem VW-Käfer entwickelt.

Darüber hinaus beruhen Ähnlichkeiten bei technischen Geräten gewöhnlich auf Firmenprinzipien, Konstruktions- und Marktzwänge, Käuferwünsche u. a. m., an die sich ein Konstrukteur halten muss.

Lebewesen zeigen Ähnlichkeiten, weil sie vom selben Schöpfer geschaffen wurden. Gott hat alle Arten nach einem gemeinsamen Grundmuster entworfen, wobei er dieses Grundmuster von Art zu Art ein wenig abgewandelt hat. Das hat auch einen Sinn, weil alle Lebewesen unter annährend gleichen klimatischen, biochemischen und physikalischen Bedingungen existieren müssen.


Rudimentäre Organe

Auch rudimentäre Organe (siehe evolutionstheoretisch gedeutete Rudimentation) können im Rahmen der Schöpfungstheorie interpretiert werden. Erstens können viele rudimentäre Organe durch Degeneration innerhalb der Grundtypgrenzen entstanden sein, d.h. sie können verkümmern, weil sie lange Zeit nicht gebraucht werden. Als ein typisches Beispiel für die Degeneration können die Weisheitszähne des Menschen betrachtet werden. Ursprünglich waren sicher alle 32 Zähne des Menschen voll funktionsfähig. Dass sie jetzt nicht mehr unbedingt gebraucht und daher rückgebildet werden, ist möglicherweise den veränderten Eßgewohnheiten zu verdanken.

Weitere Beispiele für diese Degeneration sind die Flügelrudimente bei Laufkäfern oder bei Insekten, die auf Inseln leben, die starken Winden ausgesetzt sind. Dort sind die stark verkümmerten oder gar fehlenden Flügel für die Insekten von Vorteil, weil sie sonst weit aufs offene Meer getrieben werden und nicht mehr zurückkommen können, wenn sie fliegen. Da auf den Inseln gewöhnlich kaum Fressfeinde vorkommen als auf dem Festland, können die Insekten mit dem Flügelverlust gut leben.

Abb. 4: Zwei Beispiele flugunfähiger Insekten, die auf windumtosten Inseln (z.B. den Kerguelen-Inseln im Südpolarmeer) vorkommen

Aber nicht alle rudimentären Organe können auf die mikroevolutionäre Degeneration zurückgeführt werden. Ein berühmtes Beispiel sind die Becken- und Oberschenkelknochen der Wale (auch Abdominalknochen genannt), welche die Evolutionstheoretiker als rudimentäre Organe deuten (Siehe Rudimentäre Organe als "Beweis" für die Evolution).
 

Abb. 5: Die Abdominalknochen der Wale

Der Grund für diese Deutung ist die angebliche Funktionslosigkeit dieser Knochen. Wie kann man aber die Funktionslosigkeit empirisch nachweisen? Das ist kaum möglich. Höchstens kann man nur feststellen, dass man die Funktionen noch nicht gefunden hat. Aber bei den Abdominalknochen lässt sich eine sogar lebenswichtige Funktion nachweisen: Diese Knochen dienen als Ansatzstellen für die Muskulatur der Geschlechtsorgane und die starke Aftermuskulatur. Sie sorgen dafür, dass durch den hohen hydrostatischen Druck in größeren Wassertiefen der Darminhalt der Wale nicht herausgepresst wird. Ohne diese Funktion könnten die Wale nicht so gut tauchen und sich nicht einmal fortpflanzen. Aus diesem Grund argumentiert der Schöpfungstheoretiker, dass die Abdominalknochen so erschaffen wurden, wie man sie heute vorfindet, und seitdem keinen Funktionsverlust erlitten haben.

Ebenso bei den Klauen der Boa und Python kann man nicht von der Funktionslosigkeit reden. Denn sie sind hilfreich bei den Bewegungen der Schlangen im Geäst und bei der Begattung.
 

Abb. 6: Die Klauen einiger Schlangen

Auch beim Kiwi erfüllen die schwach ausgebildeten Flügel eine wichtige Funktion: Sie regulieren das Gleichgewicht.


Abb. 7: Der in der australischen Region
lebende Kiwi

Man betrachtete lange Zeit den Wurmfortsatz des Blinddarms als funktionsloses Organ, was sich heute als falsch herausgestellt hat: Er erfüllt besonders in den ersten Lebensjahren eine wichtige Funktion beim Abwehr der Infektionserkrankungen und beteiligt sich an der Kontrolle der Bakterienflora im Blinddarm. Weil seine Funktion der Mandel ähnelt, wird er auch Dickdarmmandel genannt.


Abb. 8: Der Wurmfortsatz am Blinddarm des Menschen

Der so genannte Darwinsche Ohrhöcker ist nicht funktionslos: Er erfüllt eine wichtige Funktion beim räumlichen Hören.


Abb. 9: Der Darwinsche Ohrhöcker

Bildquellen:

Abb. 1: http://www.modelcarworld.de/Content/Nachrichten100/Nachrichten218.html
Abb. 2:
Herkunft unbekannt (Internet)
Abb. 3: http://www.classicinvest.com/stock.htm#porsche

Abb. 4:
Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie
Abb. 5: Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie
Abb. 6: Günther Osche, Evolution, Verlag Herder, 1972
Abb. 7: Herkunft unbekannt (Internet)

Abb. 8: Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie
Abb. 9: Evolution - ein kritisches Lehrbuch, R. Junker, S. Scherer, Weyel Biologie