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Wie wir gesehen haben, können bisher keine experimentellen Beweise für die vermutete Makroevolution erbracht werden. Die einzige Möglichkeit für die Überprüfung dieser Theorie liefert die Paläontologie. Diese befasst sich mit der Erforschung der fossilen Lebewelt. In den geologischen Schichten der Erdrinde haben ausgestorbene Pflanzen und Tiere ein gewaltiges Urkundenarchiv hinterlassen. Daher erhofft man sich, in diesem Archiv Fossilen zu finden, die als evolutionäre Bindeglieder (auch Übergangsformen genannt) zwischen verschiedenen Arten, Grundtypen und höheren systematischen Gruppen gedeutet werden können. Denn gemäß der weit verbreiteten Evolutionstheorie sollten sich die Lebewesen in sehr kleinen Evolutionsschritten nach und nach entwickelt haben. Daher müssten in den Gesteinsschichten die Übergangsformen in Hülle und Fülle vorhanden sein. Heute sind die meisten Paläontologen jedoch darin einig, dass in der Fossilienlieferung solche Bindeglieder sehr selten zu finden sind. Einige sind sogar der Auffassung, dass kein einziger Beleg für evolutionäre Übergänge gefunden wird. Zwar gibt es im Fossilzeugnis zahlreiche Organismen mit Merkmalskombinationen aus verschiedenen taxonomischen Gruppen (Mosaikformen). Können sie als Übergangsformen gedeutet werden?
Fossile MikroorganismenMan nimmt allgemein an, dass die Erde vor ca. 4,5 Milliarden Jahren entstanden sei. In letzter Zeit wurden immer mehr die Mikrofossilien in den Schichten gefunden, die bis 3,5 - 3,6 Milliarden Jahre alt sind. Diese Fossilien unterscheiden sich aber in Größe, Morphologie, Entwicklungs- und Vermehrungsstadien sowie Ökologie nicht von heutigen Formen. Daher kann man hier keine Evolution feststellen.
Das Präkambrium-Kambrium-ProblemEines der größten Rätsel für die Evolutionswissenschaftler stellt der Übergang vom Präkambrium zum Kambrium dar. Denn "ohne Vorwarnungen" tritt in kamrischen Sedimenten plötzlich eine Tierwelt in voll ausgebildeten Organisationsformen in Erscheinung. Daher benutzt man in diesem Fall Schlagworte wie "kambrische Explosion des Lebens" oder "Urknall der Paläontologie". Henning Kahle schrieb: "Als tatsächlich erwiesen kann also zunächst nur gelten, dass mit Beginn des Kambriums alle Stämme der Wirbellosen sprunghaft, hochorganisiert und weltweit auftraten."
Einige der bekannten Tierstämme der Wirbellosen waren hier vertreten: Schwämme, Hohltiere, Plattwürmer, Ringelwürmer, Gliederfüßler, Weichtiere, Armfüßer, Stachelhäuter. Darunter befanden sich auch seltsame Tiere, die von den anderen Sternen kommen schienen. Der Evolutionstheoretiker S. J. Gould bezeichnete sie als "irre Wundertiere".
Entstehung der WirbeltiereEine weiteres großes Rätsel für die Evolutionstheorie ist die Entstehung der Wirbeltiere. Wirbeltiere werden alle die Lebewesen genannt, die eine Wirbelsäule besitzen. Der Besitz eines Endoskeletts (inneres Skelett) bei Wirbeltieren ist grundsätzlich verschieden vom Exoskelett der (äußeres Skelett) der Wirbellosen. Zum Beispiel sind die Schalen einer Muschel oder der Chitinpanzer eines Käfers Exoskelette.
Im Fossilbefund klafft demzufolge zwischen Wirbellosen und Wirbeltieren eine offenbar nicht überbrückbare Lücke. Die Paläontologie hat bisher keine Funde von echten Übergangsformen geliefert. Es existieren über die Umstellung vom Exoskelett zum Endoskelett auch keine fundierte theoretische Modelle. Man möge bedenken, dass das Bauplan eines Tieres gravierend geändert werden müsste, wenn ein System aus Knochen, Wirbeln, Sehnen und dazugehörigen Muskeln entsteht.
Vom Fisch zum Amphibium
Der Übergang vom Leben im Wasser zum Leben am Land erforderte ebenfalls eine radikale Änderung des Bauplanes eines Lebewesens:
Bei diesem Schritt entstehen für Landtiere auch neue Anforderungen an Sinneswahrnehmung, Ernährungsweise, Stoffwechsel und Wasserhaushalt sowie Fortpflanzungsweise. Über diese Veränderungen lieferte der Fossilbefund kaum Aussagen, weil Weichteil meistens nicht als Fossilien erhalten werden konnte. Laut der Evolutionstheorie sollen sich die ersten Landwirbeltiere von den urtümlichen Fischen entwickelt haben, wobei sich Arm- und Beinskelett der Vierfüßer aus paarigen Flossen dieser Fische gebildet hätten. Allerdings weiß man nicht, woher diese Flossen kommen. Denn im Fossilmaterial sind die Flossen ohne Vorstufen aufgetaucht.
QuastenflosserDie Quastenflosser werden häufig als Vorfahren der Amphibien und damit aller vierfüßigen Wirbeltiere betrachtet. Jedoch werden die im vorigen Jahrhundert entdeckten lebenden Quastenflosser Latimeria ("lebende Fossil") nicht als direkte Vorläufer der Vierfüßer angesehen, weil sie im Weichteilbereich hochspezialisiert sind.
Eher soll ein ausgestorbener Quastenflosser Eusthenopteron aus dem amerikanischen Oberdevon als ein mutmaßlicher Vorfahr der Landwirbeltiere in Frage kommen. Jedoch ist dieser Evolutionsschritt unwahrscheinlich, weil erstens die Flosse von Eusthenopteron so spezialisiert ist, dass dieser Fisch schwerlich als Vorläufer der Vierfüßer in Betracht kommt, und zweitens besitzt er z.B. eine Beckenform, die ihn eher als Vorläufer anderer Fische und nicht der Amphibien ausweist.
Das "Uramphibium" IchthyostegaDie Amphibien waren laut der Aussagen der Evolutionstheorie die ersten Tiere, die das Land eroberten. Wie die Fische gehören sie zu den Wirbeltieren. Die uns heute wohl bekanntesten Amphibien sind die Frösche, die Kröten, die Molche und die Salamander. Als möglicher Kandidat für den Übergang von den Fischen zu den Amphibien wird oft das "Uramphibium" Ichthyostega (= Fischschädellurch) aus dem Oberen Devon Grönlands betrachtet.
Dieses Tier vereinigt in sich sowohl Merkmale von Fischen (Rücken- und Schwanzflosse und fischähnliches Gebiss) als auch Merkmale von Amphibien (Besitz von vier Extremitäten und einem Schulter- und Beckengürtel). Da Ichthyostega aber auch stark spezialisierte Merkmale besitzt, wird er nicht als direkter Vorläufer der Amphibien angesehen, sondern in der Evolution zum Seitenzweig gerechnet.
Vom Amphibium zum ReptilEntsprechend der Evolutionstheorie entwickelten sich die Amphibien zu den Reptilien. Es bestehen jedoch enorme strukturelle Unterschiede zwischen beiden Tiergattungen. Die Reptilien besitzen im Gegensatz zu den Amphibien eine sehr drüsenarme Schuppenhaut und durchlaufen keine Metamorphose. Während das Ei der Amphibien im Wasser ausreift, entwickelt sich das Ei der Reptilien an Land. Als mögliche Übergangsform wird oft Seymouria betrachtet, da sie Merkmale von Lurchen, Fischen und auch von Reptilien besitzt.
Seitdem jedoch festgestellt wurde, dass Seymouria eine Metamorphose durchmacht,
gehört sie eindeutig zu den Amphibien. Als in älteren
Schichten echte Reptilien gefunden wurden, wird Seymouria nicht mehr als
Vorfahre der Reptilien betrachtet. Seymouria ist eine typische Mosaikform mit
Reptilien- und Amphibienmerkmalen.
Vom Reptil zum Vogel
Oft wird der "Urvogel" Archaeopteryx aus dem
Oberjura als überzeugendstes Beispiel für eine Übergangsform zwischen zwei
großen Tiergattungen betrachtet.
Archaeopteryx besitzt sowohl Reptilienmerkmale als auch Vogelmerkmale. Für die ausführliche kritische Auseinandersetzung mit diesem angeblichen Beweis für den Übergang von den Reptilien zu den Vögeln siehe http://www.evangelium.de/wissenschaft/evolution/detail/fakten3.1_t.html Da Archaeopteryx viele spezialisierte Merkmale besitzt, wird dieser Vogel eher zu einem ausgestorbenen Seitenast in der Evolution der Vögel gezählt.
Vom Reptil zum Säugetier
Laut der Aussagen der Evolutionstheorie stammten die Säugetiere von den Reptilien ab. Die meisten Evolutionisten sind der Ansicht, dass dieser Übergang im Fossilmaterial am besten dokumentiert ist. Denn je jünger die geologischen Schichten sind, desto säugetierähnlicher die darin enthaltenen Fossilien sind. Diesen Trend kann man jedoch nur an den Skelettresten ablesen. Die wesentlichen Merkmale von Säugetieren wie zum Beispiel Herzkreislaufsystem, Nieren, Haare, Milchdrüsen und die Temperaturphysiologie können fossil nicht festgestellt werden.
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