Der leere Weltraum

In der Vergangenheit hatte man seltsame Vorstellungen über die Erde. So glaubten die alten Griechen, dass ein Riese namens Atlas an den Grenzen der Erde stehe und den weiten Himmel mit seinen unermüdlichen Armen und seinem Kopf hochhalte. Die Anhänger der hinduistischen Religion glaubten, dass die Erde auf den Rücken von Elefanten lege, die auf dem Panzer einer riesigen Schildkröte stehen, die in einem kosmischen See schwimmt. Allen frühen Kulturen war die Anschauung gemeinsam, dass die Erde eine flache Scheibe sei, die vom Meer umrahmt ist, über der sich das Firmament wie eine Käseglocke wölbt, an die die Sterne geheftet sind. Wenn mutige Seefahrer sich mit ihren Schiffen zu nahe an den Rand dieser Scheibe wagen würden, würden sie möglicherweise in einen Abgrund stürzen. Man nimmt an, diese falsche Vorstellung findet man auch in der Bibel. Falsch! Was sagt die Bibel denn über die Erde?

In Hiob 26,7 finden wir etwas Erstaunliches:

"Er spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts." (Revidierte Elberfelder Übersetzung).

Wir wollen einige Überstzungen dieser Bibelstelle betrachten, um sicher zu gehen, dass die Übersetzer nicht das moderne Weltbild in die Übersetzung hineingeschmuggelt haben:

"Gott spannte den Himmel aus über dem leeren Raum; die Erde hängte er auf im Nichts." (Hoffnung für alle).

"Er (Gott) breitet aus die Mitternacht über das Leere und hängt die Erde an nichts" (Martin Luther, 1912).

Schließlich die englische Übersetzung: „He (God) spreads out (= breitet aus) the northern over empty space (= leerem [Welt-]Raum); he suspends (hängt auf) the earth over nothing“ (New International Version).

  1. Der Weltraum ist leer.

    Der Weltraum ist leer, d.h. es herrscht dort ein Vakuum. In unserer Milchstraße gibt zwar verschiedenartige Himmelskörper: Planeten, ihre Monde, Kometen, Sterne, Gas- und Staubwolken usw. Die Milchstraße hat ungefähr 200 Milliarden Sterne. Aber sie ist gewaltig groß. Sie misst in der Länge 100.000 Lichtjahre2. Der Raum zwischen den Sternen (= stellare Raum) ist so dünn, dass durchschnittlich pro Kubikzentimeter nur einige Atome vorkommen! Zum Vergleich: Das auf der Erde erzeugte stärkste Vakuum enthält noch immerhin 100.000.000 Teilchen pro Kubikzentimeter! Unsere Milchstraße ist eine von 100 Milliarden Galaxien, die unser Universum bevölkern. Der interstellare Raum (= Raum zwischen den Galaxien) ist durchschnittlich noch um etliche Millionen Male "leerer" als der stellare Raum!



  2. Die Erde schwebt frei im Weltraum.

    Die Erde hat keinen festen Grund, auf dem er liegt. Sie ist nirgendwo angeheftet oder befestigt. Sie bewegt sich schwebend im Raum. Sie umkreist die Sonne. Erst im Jahr 1687 konnte der bekannte Physiker Isaak Newton (1643 – 1727) diese Bewegung der Erde mit Hilfe des von ihm entdeckten Gravitationsgesetzes3 erklären und mathematisch formulieren.

Die Aussage von Hiob 26,7 ist wirklich verblüffend, wenn man zweierlei bedenkt: Erstens gilt das Buch Hiob als eines der ältesten Bücher der Bibel. Sie stand im Widerspruch zu der weitverbreiteten Vorstellung der Zeitgenossen, dass die Erde eine flache Scheibe sei, die auf dem Wasser schwimme. Sie widerspricht in keiner Weise unserem modernen Weltbild, das wir mit Hilfe von Fernrohren und Raumfahrt gebildet haben. Er erwähnt mit anderen Worten den leeren Weltraum und die Gravitationskraft. Der Vers Hiob 26,7 ist hochmodern!

Anmerkung: Drei letzte Abschnitte stammen mit leichter Änderung aus dem lesenswerten Buch "Signale aus dem All" von Werner Gitt.

Hans-Holger Miebach

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2Ein Lichtjahr entspricht der Entfernung, die Licht in einem Jahr zurücklegt. Bei einer Geschwindigkeit von etwa 300 000 Kilometern pro Sekunde entspricht ein Lichtjahr etwa der Entfernung von 9 461 000 000 000 Kilometern.

3Der Begriff „Gravitation“ bedeutet Schwerkraft oder Anziehungskraft zwischen den Massen. Die Schwerkraft bewirkt zum Beispiel, dass alle Dinge auf der Erde zu Boden fallen.