Die Offenbarung des Johannes – 25. Teil

Ein Blick hinter die Kulissen

Eine Erklärung der Offenbarung des Johannes
Kapitel 15, Verse 1 – 8 und Kapitel 16, Verse 1 – 11

Die Sieben Zornesschalen

Die Geschichte der Menschheit ist voller Katastrophen. Das Fernsehen berichtet ständig von Krieg, von Hungersnot, von Seuchen und anderen Naturkatastrophen.

Das Buch der Offenbarung ist auch voller Katastrophen. Vielleicht deshalb lesen wir es nicht so gern. Doch: diese Dinge sind geschrieben, damit wir davon lernen.

In der Offenbarung gibt es drei Reihen von sieben Katastrophen:

1.   In Kapitel 6 waren es die sieben Siegel;

2.   In den Kapiteln 8 und 9 waren es die sieben Posaunen;

3.   In den Kapiteln 15 und 16 sind es die sieben Zornesschalen.

Die Katastrophen, die bei den sieben Siegeln kamen, nannte ich: Der Lauf dieser Welt. Die Katastrophen, die bei den sieben Posaunen kamen, waren Gottes Warnungen. Bei den sieben  Zornesschalen heißt es: damit ist Gottes Zorn vollendet.

Die gleiche Katastrophe kann also drei Dinge bedeuten. Zum einen ist sie einfach ein Teil vom Lauf dieser Welt. Zum zweiten kann sie auch eine Warnung Gottes sein. Zum dritten kann sie auch eine Strafe Gottes sein.

Anfang 2020 breitete sich das Corona-Virus aus. Diese Pandemie ist einerseits Teil dieser Welt. In früheren Jahren haben wir auch solche schreckliche Krankheiten gehabt. Zum Beispiel AIDS oder Ebola, für Tiere die Maul- und Klauen-Seuche.

Das Corona-Virus kann aber auch eine Warnung Gottes sein. Die Menschen unserer Zeit suchen nur Spaß und Vergnügen. Plötzlich heißt es: STOP! Sportveranstaltungen hören auf. Bars, Clubs und Discos müssen schließen. Stadtfeste und sogar Karneval werden abgesagt. Vielleicht will uns Gott etwas sagen durch die Pandemie. Wir sollten innehalten und überlegen: Wozu leben wir? Was hat unser Leben für einen Sinn? Lebe ich für Gott oder nur für mich selbst?

Aber durch Corona sind auch viele Menschen gestorben. In Deutschland, in der Schweiz, in Österreich zehn Tausende. In den Vereinigten Staaten sogar ein Viertelmillion. Für diese Menschen ist die Zeit der Gnade abgelaufen. Wenn sie nicht an Jesus Christus glaubten, gehen sie ewig verloren. Mit Gott ist nicht zu scherzen.

1. Das Lied von Mose und das Lamm
Ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermischt. Die Leute, die das Tier besiegt hatten, sein Bild, sein Malzeichen und die Zahl seines Namens, standen an dem gläsernen Meer und hatten Harfen Gottes. Sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes.

Offenbarung 15, 2-3

Bevor die Engel die Zornesschalen auf die Erde ausgießen, sieht Johannes die siegreichen Gläubigen. Das gläserne Meer stand vor Gottes Thron im Himmel (siehe Offenbarung 4,6). Hier ist das Glas mit Feuer vermischt. Feuer ist ein Zeichen von Gottes Zorn.

Johannes sieht die Gläubigen schon im Himmel, genauso wie in Kapitel 14,1. Satan und seine Helfershelfer haben alles versucht, die Gläubigen von Jesus wegzubringen, aber umsonst! Jesus ist Sieger (siehe Offenbarung 5,5). Deshalb singen die Gläubigen das Lied des Lammes.

Aber sie singen auch das Lied des Mose. Wieso? Mose und das Volk Israel sangen dieses Lied, als Gott sie durch das Rote Meer führte. Gott hatte sie von ihrem Feind, dem  ägyptischen König Pharao und seiner Armee gerettet.

Wenn wir Jesus treu nachfolgen, wird Gott uns auch von allen Feinden retten. Dann werden wir das Lied von Mose singen können.

2. Gottes Lob
Groß und wunderbar sind deine Werke, o Herr, Gott, du Allmächtiger!
Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Heiligen!
Wer sollte dich nicht fürchten, o Herr, und deinen Namen nicht preisen?
Denn du allein bist heilig.
Ja, alle Völker werden kommen und vor dir anbeten.
Denn deine gerechten Taten sind offenbar geworden!

Offenbarung 15, 3-4

Das ist der Inhalt des Lieds von Mose und vom Lamm. In ihm klingen mehrere Bibelstellen an. Sie stammen aus dem 5. Mosebuch, aus den Psalmen sowie aus dem Propheten Jeremia. Diese Lied sagt:

  1. Wer Gott ist:
    1. Er ist allmächtig;
    2. Er ist König;
    3. Er ist heilig.
  2. Was Gott getan hat:
    1. Seine Werke sind groß und wunderbar;
    2. Seine Wege sind gerecht und wahrhaftig.
  3. Was wir tun sollen:
    1. Wir sollen Gott fürchten, d.h. ihn respektieren;
    2. Wir sollen Gottes Namen preisen, d.h. ihn loben;
    3. Wir sollen mit allen Völkern Gott anbeten.

Das Größte, was Gott getan hat, ist: er sandte seinen Sohn Jesus Christus in die Welt. Jesus starb am Kreuz für unsere Sünden. Am dritten Tag stand er von den Toten auf.

Das Größte, was Gott jetzt tut, ist: Menschen auszusenden, das Evangelium, die Gute Nachricht von Jesus, zu verkünden. In der ganzen Welt, unter allen Völkern, auch den Gehörlosen. Das Ziel: Menschen aus allen Völkern sollen Gott anbeten.

3. Die Sieben Engel
Danach sah ich, wie der Tempel des Zeltes des Zeugnisses im Himmel geöffnet wurde. Die sieben Engel mit den sieben Plagen kamen heraus. Sie trugen reinen und glänzenden Leinen. Um die Brust hatten sie goldene Gürteln.

Offenbarung 15, 5-6

Im Alten Testament wohnte Gott im Zelt des Zeugnisses unter dem Volk Israel. Dieses Zelt nannte man auch Stiftshütte. Später baute Salomo den Tempel in Jerusalem als Wohnung für Gott. Die Römer zerstörten den Tempel 70 nach Christus. Heute bleibt nur das Fundament der Westmauer übrig. Man nennt es die Klagemauer.

Johannes sah die sieben Engel aus dem Tempel im Himmel kommen. Das bedeutet, die Engel kamen direkt aus der Gegenwart Gottes. Das heißt: die sieben Plagen kommen von Gott. Die Engel trugen reine Kleider und hatten goldene Gürteln. Das bedeutet, die Engel tun nur Gottes  Willen. Sie gießen seinen Zorn auf die Erde.

Heute wird viel von der Liebe Gottes geredet. Man sagt: „Gott ist Liebe ohne Ende.“ Weil Gott Liebe ist, hasst er alles, was unser Leben kaputt macht. Dieser Hass nennen wir Gottes Zorn.

Eins der vier lebendigen Wesen gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen voll vom Zorn Gottes, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der Tempel wurde voller Rauch von der Herrlichkeit und der Kraft Gottes Niemand konnte in den Tempel hineingehen, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren.

Offenbarung 15, 7-8

Die sieben Engel mit den Schalen des Zornes  copyright: https://www.revelationillustrated.com/

Im Herbst 2019 versuchte ein Terrorist vergeblich in die Synagoge von Halle einzudringen. Er wollte Juden erschießen, die Yom Kippur feierten, das große Versöhnungdfest. Im Alten Testament ging an Yom Kippur der Hohepriester in den Tempel. Er brachte Opfer für die Sünden des Volkes und betete für sie (siehe 3. Mose Kapitel 16).

Doch als die Wolke der Herrlichkeit Gottes den Tempel erfüllte, konnte kein Mensch mehr dort hineingehen. Das heißt: es gab keine Möglichkeit der Vergebung mehr. Keiner konnte für die Menschen beten. Wer von den Zornesschalen getroffen wird, geht ewig verloren.

Ich hörte eine laute Stimme aus dem Tempel. Sie sprach zu den sieben Engeln: Geht hin und gießt die Schalen des Zornes Gottes aus auf die Erde!

Offenbarung 16, 1

Es gibt Parallele zwischen den Zorneschalen in Kapitel 16 und den Posaunen in Kapiteln 8 und 9:

Ereignis auf der ErdeKapitel 8 und 9Kapitel 16
Die ersten treffen die Erde8, 716, 2
Die zweiten treffen das Meer8, 816, 3
Die dritten treffen die Flüsse8, 1016, 4
Die vierten treffen die Sonne8, 1216, 8
Die fünften haben mit Finsternis zu tun9, 2 16, 10
Die sechsten haben mit Krieg zu tun10, 14-16 16,12
Die siebten haben mit dem Jüngsten Gericht zu tun11, 1516, 17
4. Die ersten zwei Zornesschalen
Der erste Engel ging hin und goss seine Schale aus auf die Erde. Da entstand ein böses und schmerzhaftes Geschwür an den Menschen, die das Malzeichen des Tieres hatten und die sein Bild anbeteten. Der zweite Engel goss seine Schale aus in das Meer. Das Meer wurde zu Blut wie von einem Toten. Alle lebendigen Wesen starben im Meer.

Offenbarung 16, 2-3

Sieben Zornschalen  copyright: https://www.revelationillustrated.com/

Katastrophen auf der Erde wie Erdbeben, Buschfeuer oder Waldsterben sind einerseits Gottes Warnungen an uns Menschen. Aber für die Todesopfer bedeuten sie das Ende der Gnadenzeit. Wer nicht an Jesus glaubt geht verloren. Das gleiche gilt für Meereskatastrophen.

5. Die dritte Zornesschale: Die Märtyrer werden gerächt.
Der dritte Engel goss seine Schale aus in die Flüsse und die Wasserquellen, und sie wurden zu Blut. Ich hörte den Engel der Gewässer sagen: Gerecht bist du, o Herr, der du bist und warst und der Heilige bist, dass du so gerichtet hast! Sie haben das Blut der Heiligen und Propheten vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben. Sie verdienen es! Ich hörte einen anderen vom Altar her sagen: Ja, o Herr, Gott, du Allmächtiger, wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte!

Offenbarung 16, 4-7

Immer wieder müssen Menschen sterben, weil sei an Jesus Christus glauben. Man verbrennt Kirchen. Mädchen werden entführt und zu Sexsklaven gemacht. Männer, besonders Pastoren, werden umgebracht. Leider berichten die Medien wenig davon.

Christen dürfen sich nicht rächen. Der Apostel Paulus schrieb:

Rächt euch nicht selbst, meine Lieben. Gebt Raum dem Zorn Gottes. Es steht geschrieben: »Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr«.

Römer 12, 19

Gott vergisst nicht unsere Glaubensgeschwister, die ihr Leben gelassen haben. In der dritten Zornesschale spricht der Herr die Menschen schuldig, die das Blut der Christen vergossen haben.

6. Die vierte und fünfte Zornesschalen: Die Menschen kehren nicht um.
Der vierte Engel goss seine Schale aus auf die Sonne. Die Sonne bekam Macht, Menschen mit großer Hitze zu versengen. Doch die Menschen lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen. Sie kehrten nicht um und gaben Gott die Ehre nicht. Der fünfte Engel goss seine Schale aus auf den Thron des Tieres. Sein Reich wurde verfinstert. Die Leute zerbissen ihre Zungen vor Schmerz. Sie lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre. Doch sie taten nicht Buße von ihren Werken.

Offenbarung 16, 8-11

Im Buch des Propheten Daniel in den Kapiteln 7+8 erschienen wilde Tiere. Man könnte sie auch Ungeheuer oder Monster nennen. Sie standen für Weltreiche und ihre Herrscher. Im 13. Kapitel der Offenbarung sah Johannes ein Tier, schlimmer als all die anderen. Das war ein Bild für die Kaiser von Rom. Sie haben die Christen damals grausam verfolgt.

Die Kaiser von Rom ließen sich als Gott anbeten. Die Christen waren dagegen hilflos. In der Geschichte der Menschheit hat es viele solche Diktatoren gegeben. Es gibt sie auch heute noch. Doch Gott lässt seine Zorneschale ausgießen über sie. Sie enden alle in der Finsternis.

Trotzdem kehren die Menschen nicht um. Im Gegenteil, sie lästern gegen Gott und geben ihm nicht die Ehre. Das hatten wir schon im Kapitel 9, Verse 20-21 gesehen.

In der nächsten Folge lesen wir von der Schlacht von Harmageddon und Christi Wiederkunft.

Fortsetzung folgt!

Michael Ponsford
mponsford@t-online.de