Die Offenbarung des Johannes – 33. Teil

Ein Blick hinter die Kulissen

Eine Erklärung der Offenbarung des Johannes Kapitel 21, 1 – 21

„Siehe, ich mache alles neu!“

Der neue Himmel und die neue Erde.
Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr.

Offenbarung 21, 1

In den letzten beiden Kapiteln der Offenbarung hat Gott uns durch Johannes einen herrlichen Blick in die Zukunft gegeben.

Heute glauben viele Menschen, dass die Erde immer weiter existieren wird. Doch die Heilige Schrift sagt: eines Tages geht diese Erde zu Ende.

Die jetzigen Himmel und die Erde werden aufgespart und für das Feuer bewahrt bis zum Tag des Gerichts. Der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Dann werden die Himmel mit Krachen vergehen. Die Elemente werden sich vor Hitze auflösen. Die Erde und die Werke darauf werden verbrennen.

2. Petrus 3, 7+10

Viele Christen glauben, sie werden nach dem Tod im Himmel schweben wie die Engel. Aber die Bibel sagt, es wird einen neuen Himmel und eine neue Erde geben. Das wurde schon im Alten Testament gesagt:

Ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde.

Jesaja 65,17

In den letzten beiden Kapiteln der Offenbarung lernen wir, wie diese neue Erde aussehen wird.

Das neue Jerusalem.
Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen. Sie war geschmückt wie eine Braut für ihren Ehemann.

Offenbarung 21, 2

Das neue Jerusalem
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Im Alten Testament nannte man Jerusalem: die Stadt Gottes. Dort war der Tempel. Der Tempel war Gottes Haus. Gott wohnte in besonderer Weise im Tempel.

Als er nach Jerusalem kam, weinte der Herr über die Stadt (Lukas 19,41). Er sagte:

Jerusalem, Jerusalem! Du hast die Propheten getötet und gesteinigt. Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel. Doch ihr wolltet nicht! Jetzt wird euer Haus verwüstet gelassen!

Lukas 13, 34-35

Nicht lange danach kamen die Römer und zerstörten den Tempel in Jerusalem. Heute ist nur die Ruine von der Westmauer geblieben. Oft sehen wir Bilder davon im Fernsehen.

Gott wohnt nicht mehr in Jerusalem. Er wohnt im Herzen der Menschen, die an Jesus Christus glauben. Er wohnt in seiner Gemeinde. Deshalb sagte der Apostel Paulus:

Das jetzige Jerusalem ist in Knechtschaft mit ihren Kindern. Das Jerusalem oben ist aber frei.

Galater 4, 25-26

Im Hebräerbrief lesen wir: Abraham suchte eine himmlische Stadt. Eine Stadt mit echtem Fundament. Gott ist Architekt dieser Stadt. Er hat sie zubereitet. (Hebräerbrief, Kapitel 11, Verse 10+16).

Gott wird bei uns Menschen wohnen!
Ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes ist bei den Menschen. Gott wird bei den Menschen wohnen. Sie werden seine Völker sein. Er wird ihr Gott sein.

Offenbarung 21, 3

Viele Menschen glauben, das Ziel unseres Lebens ist, bei Gott im Himmel zu wohnen. Doch die Bibel sagt: Gottes Ziel ist, auf der Erde bei den Menschen zu wohnen!

Am Anfang wandelte Gott im Garten Edens. Dort unterhielt er sich mit den Menschen (1. Mose 3,8). Durch die Sünde ist diese Gemeinschaft mit Gott gestört. Aber Gottes Sohn, Jesus Christus, kam auf diese Erde, um uns Menschen zu suchen. In der Ewigkeit wird Gott wieder bei uns Menschen sein. Wir können uns kaum vorstellen, wie das sein wird. Aber es wird wunderbar sein.

Jesus sagte: Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. (Matthäus 5,8)

Es wird kein Leid mehr geben.
Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Es wird kein Tod mehr sein. Auch kein Leid, kein Geschrei und kein Schmerz. Denn das Erste ist vergangen. Der auf dem Thron saß, sagte: Siehe, ich mache alles neu!

Offenbarung 21, 4+5a

Die Schöpfung ist vergänglich. Aber es gibt Hoffnung, dass auch die Schöpfung befreit wird von der Sterblichkeit. Bis jetzt seufzt die ganze Schöpfung nach der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.

Römer 8, 21+22

In Gottes neue Welt wird es kein Leid mehr geben. Gott wird alles wegnehmen, was Leid bringt: Krieg, Verbrechen, Unfall, Krankheit, Behinderung, Hunger. Das wird wunderbar sein!

Wir können Gottes Wort vertrauen.
Er sagte mir: Schreibe; denn diese Worte sind zuverlässig und wahr!

Offenbarung 21, 5b

Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, erfand den Ausdruck Fake News. Er meinte, wir sollten nicht alles glauben, was in den Zeitungen steht oder was im Fernsehen gesagt wird. Dabei hat Trump selbst oft die Unwahrheit gesagt!

Die Bibel ist ganz anders! Gottes Wort ist zuverlässig, das heißt: wir können es glauben. Die Heilige Schrift ist wahr, auch das Buch der Offenbarung!

Der Lohn der Überwinder.
Er sagte mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird dies erben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.

Offenbarung 21, 6+7

Gott war am Anfang da. Er schuf Himmel und Erde (1. Mose 1,1). Gott wird am Ende da sein. Er ist das Ziel der Weltgeschichte. Er ist das Ziel unseres Lebens.

Dieser Bibelvers enthält zwei Verheißungen und zwei Bedingungen:

  1. Die erste Verheißung: wir dürfen von der Quelle lebendigen Wassers umsonst trinken. Das ist ein Bild für ein erfülltes Leben (siehe Jesaja 55,1; Johannes 4,10+14; 7,37-38; Offenbarung 7,17; 22,17).
  2. Die zweite Verheißung: wir dürfen Gottes erwachsene Söhne und Töchter werden und diese neue Welt erben. (siehe Johannes 1,12; Römer 8,17; 1. Korinther 3,21+22; 2. Korinther 6,18; Epheser 1,11; 1. Petrus 1,4).
  1. Die erste Bedingung: Durst. Jesus sagte: Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden (Matthäus 5,6). Viele Menschen wünschen sich Glück, Erfolg, Reichtum und Gesundheit. Doch Jesus sagte: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! (Matthäus 6,33).
  2. Die zweite Bedingung: Überwinden. In den Kapiteln 2 und 3 der Offenbarung endet jedes Sendschreiben an die Gemeinden mit einer Verheißung an die Überwinder. Der Apostel Johannes schrieb in seinem ersten Brief: Unser Glaube ist der Sieg (1. Joh. 5,4).
Das Ende der Ungläubigen.
Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Hurer und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Offenbarung 21, 8

Nicht alle Menschen werden in der Ewigkeit bei Gott sein. Der Herr Jesus sagte:

Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen. Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden.

Matthäus 7, 13+14

Das neue Jerusalem

Einer der sieben Engel kam zu mir. Sie hatten die sieben Schalen mit den sieben letzten Plagen. Er sagte mir: Komm, ich will dir die Frau, die Braut des Lammes, zeigen! Er brachte mich im Geist auf einen großen und hohen Berg. Er zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem. Sie kam von Gott aus dem Himmel herab. Sie hatte die Herrlichkeit Gottes. Ihr Lichtglanz gleicht dem köstlichsten Edelstein, wie ein kristallheller Jaspis.

Offenbarung 21, 9-11

Die Braut Jesu Christi ist nicht die Kirche (weder römisch-katholisch noch evangelisch). Sondern sie besteht aus allen Menschen, die an Jesus Christus glauben und ihm nach der Bibel nachfolgen.

Im Alten Testament sahen die Propheten Jesaja und Hesekiel einen hohen Berg:

Der Berg des Hauses des HERRN wird stehen an der Spitze der Berge, höher als alle Hügel. Alle Völker werden zu ihm strömen.

Jesaja 2,2; Micha 4,1

Gottes Hand ließ mich nieder auf einen sehr hohen Berg. Darauf war eine Stadt.

Hesekiel 40,1-2

Diese Prophetien im Alten Testament werden im himmlischen Jerusalem erfüllt.

Die Tore und die Fundamente.
Die Stadt hat eine große, hohe Mauer und zwölf Tore. An den Toren stehen zwölf Engel. An den Toren sind die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels geschrieben. Von Osten sind drei Tore, von Norden drei Tore, von Süden drei Tore, von Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine. Auf den Grundsteinen standen die Namen der zwölf Apostel des Lammes.

Offenbarung 21, 12-14

Die Tore des himmlischenJerusalems zeigen in allen Himmelsrichtungen. Das heißt, Menschen aus aller Welt dürfen hinein. Jesus sagte:  Viele werden kommen vom Osten und vom Westen und werden im Reich der Himmel mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tisch sitzen (Matthäus 8,11).

Doch in die Stadt kommt man nur durch die Tore. Die Tore sind nach den Stämmen Israels genannt. Denn das Heil kommt aus den Juden (Johannes 4,22). Deshalb kann ein Christ nie gegen Israel oder gegen die Juden sein. Wir verdanken den Juden die Bibel. Durch das Volk Israel kam Jesus der Messias in die Welt.

Auf dem Fundament der Mauer stehen die Namen der zwölf Apostel. Sie haben das Evangelium Jesu Christi gepredigt. Man kommt nur in die ewige Stadt, wenn man an das Evangelium glaubt.

Die Maße der Stadt.
Der Engel hatte einen goldenen Maßstab. Damit maß er die Stadt, ihre Tore und ihre Mauer. Die Stadt bildet ein Viereck. Ihre Länge ist so groß wie ihre Breite. Er maß die Stadt mit dem Rohr: 12 000 Stadien. Die Länge und die Breite und die Höhe sind gleich. Er maß ihre Mauer: 144 Ellen.

Offenbarung 21, 15-17

Beide, der Apostel Johannes und der Prophet Hesekiel sahen einen Engel mit einem Maßstab. Das bedeutet, der neue Tempel, den Hesekiel sah, und das neue Jerusalem, das Johannes sah, sind gleich.

Manche Menschen, Juden und Christen, erwarten, dass der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut wird. Doch Gott wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind (Apostelgeschichte 17,24). Die heilige Stadt braucht keinen Tempel, denn der Herr ist dort (Hesekiel 48,36).

Der Grundplan des himmlischen Jerusalems ist ein vollkommenes Viereck. Länge und Breite sind 12.000 Stadien (über 2000 km). Die Mauer misst 144 Ellen (72 Meter). Die Stadt ist also riesengroß. Aber diese Zahlen haben auch eine symbolische Bedeutung:

Die Zahl 12.000 besteht aus 3 x 4 x 1000. 3 ist die Zahl Gottes (denk an die Dreieinigkeit!). 4 ist die Zahl der Welt (denk an die vier Himmelsrichtungen!). Die Zahl 1000 bedeutet eine große Menge. Die Zahl 144 besteht aus 12 x 12.

Die Pracht des neuen Jerusalems.
Der Baustoff ihrer Mauer war Jaspis, und die Stadt war aus reinem Gold, wie reines Glas. Die Grundsteine der Stadtmauer waren mit allerlei Edelsteinen geschmückt. Der erste Grundstein ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalcedon, der vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardis, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. Die zwölf Tore waren zwölf Perlen, jedes Tor aus einer einzigen Perle. Die Straßen der Stadt waren aus reinem Gold, wie durchsichtiges Glas.

Offenbarung 20, 18-21

Das neue Jerusalem
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Früher sangen wir das Lied:

Wenn nach der Erde Leid, Arbeit und Pein
ich in die goldenen Gassen zieh ein.

Wir können uns nicht vorstellen, wie es wirklich sein wird, wenn wir in Gottes Gegenwart sein werden. Johannes beschreibt es mit dem Kostbarsten, das wir kennen: Gold, Juwelen und Perlen.

In der nächsten Folge werden wir mehr über die Herrlichkeit der Gottesstadt, des neuen Jerusalems sehen.

Fortsetzung folgt!

Michael Ponsford
mponsford@t-online.de